Zinssenkungen werden die Wirtschaft weiterhin stützen
Die schwedische Wirtschaft dürfte sich im Jahr 2025 weiter allmählich erholen, angetrieben durch eine Belebung des privaten Konsums. Nach einem schwachen Jahr 2024 dürften sich verbessernde Arbeitsmarktbedingungen, höhere Reallöhne und niedrigere Steuern als dringend benötigte Stütze für die Ausgaben erweisen. Zudem dürften sinkende Zinsen und ein sich stabilisierender Immobilienmarkt das Verbrauchervertrauen stärken, wobei Vermögenseffekte die Nachfrage der privaten Haushalte weiter ankurbeln werden. Darüber hinaus wird erwartet, dass die Aktivitäten des öffentlichen Sektors als Gegengewicht wirken, wobei erhöhte Ausgaben und Investitionen, insbesondere in den Bereichen Verteidigung und Infrastruktur, für Stabilität in der Gesamtwirtschaft sorgen werden.
Trotz dieser positiven inländischen Entwicklungen bestehen weiterhin externe Risiken. Eine relativ schwache schwedische Krone dürfte die Exporte weiterhin stützen, doch das globale Handelsumfeld bleibt unsicher. US-Zölle und ein schwächelnder europäischer Fertigungssektor bergen Abwärtsrisiken, die das Ausmaß des exportgetriebenen Wachstums möglicherweise begrenzen könnten.
Die Unternehmensinsolvenzen haben drei Jahre in Folge zugenommen – in den Jahren 2023 und 2024 sogar im zweistelligen Bereich – und dürften auch 2025 auf hohem Niveau bleiben, da die Unternehmen mit hohen Arbeits- und Energiekosten zu kämpfen haben; im Laufe des Jahres dürfte sich die Lage jedoch aufgrund einer besseren Binnennachfrage und niedrigerer Zinskosten leicht entspannen.
Steigende Verschuldung dürfte kein Problem darstellen
Die schwedische Leistungsbilanz dürfte 2025 ihren stabilen Überschuss beibehalten, gestützt durch die anhaltende Stärke der Warenbilanz und der Primäreinkommensbilanz. Bei der Dienstleistungsbilanz dürfte sich das Defizit im Jahr 2025 verbessern, auch wenn es voraussichtlich weiterhin negativ bleiben wird (teilweise aufgrund bestimmter Nutzungen von geistigem Eigentum). Die Warenbilanz könnte sich etwas abschwächen, doch Verbesserungen bei den Dienstleistungen und den Primäreinkommen dürften dazu beitragen, einen soliden Überschuss aufrechtzuerhalten, wodurch Schwedens Außenbilanz robust bleibt.
Für das Jahr 2025 wird prognostiziert, dass sich das öffentliche Defizit Schwedens trotz gestiegener Staatsausgaben und Steuersenkungen verringern wird. Dies ist in erster Linie auf höhere Steuereinnahmen aufgrund einer breiteren Steuerbasis zurückzuführen, die dazu beitragen werden, die fiskalische Expansion auszugleichen. Infolgedessen dürfte die Staatsverschuldung leicht ansteigen, wird jedoch auf einem sehr überschaubaren Niveau bleiben, insbesondere im Vergleich zu anderen fortgeschrittenen Volkswirtschaften.
Strengere Einwanderungspolitik im Inland und Fokus auf Verteidigungsausgaben
Die politische Landschaft Schwedens dürfte stärker auf die Politik ausgerichtet sein, da 2025 weder Wahlen zum Europäischen Parlament noch Kommunalwahlen stattfinden und die nächsten Parlamentswahlen erst für 2026 angesetzt sind. Die derzeitige Regierung, bestehend aus den Moderaten, den Christdemokraten und den Liberalen sowie mit Unterstützung der rechtsextremen Schwedendemokraten, liegt in Umfragen knapp unter 50 % der Stimmen, wobei die Schwedendemokraten und die Moderaten als größte regierungsstützende Parteien Kopf an Kopf liegen.
Angesichts der anhaltenden geopolitischen Unsicherheit und des kürzlich erfolgten Beitritts Schwedens zur NATO werden die Verteidigungsausgaben voraussichtlich rasch steigen und im Jahr 2025 schätzungsweise 2,4 % des BIP erreichen. Die Einwanderung bleibt ein zentrales politisches Thema, wobei anhaltende Debatten über strengere Einbürgerungsvoraussetzungen geführt werden, darunter Vorschläge, die Aufenthaltsdauer von fünf auf acht Jahre zu verlängern und Personen mit doppelter Staatsangehörigkeit, die wegen schwerer Straftaten verurteilt wurden, die Staatsbürgerschaft zu entziehen. Unterdessen gehören Recht und Ordnung weiterhin zu den wichtigsten Anliegen der Wähler und prägen einen Großteil der innenpolitischen Agenda.

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