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25.06.2019
Länder- und Branchenbewertungen

Unternehmensinsolvenzen in Frankreich: Kleinstunternehmen haben Talsohle erreicht

Unternehmensinsolvenzen in Frankreich: Kleinstunternehmen haben Talsohle erreicht

Während die Gelbwesten-Bewegung in Frankreich zu Beginn des Jahres die Unternehmensinsolvenzen stark beeinflusste, wirkten sich die geringere Mobilisierung und die Widerstandsfähigkeit des Wirtschaftswachstums im März und April positiv auf die Stabilität der französischen Unternehmen aus. Laut Coface stieg die Zahl der Insolvenzen von Januar bis April 2019 um 0,8 Prozent auf 18.227.

 

 Dabei ist jedoch zu beachten, dass zwei Perioden unterschieden werden können. Der Jahresbeginn ist durch die Bewegung der Gelbwesten gekennzeichnet: So stieg im Januar die Zahl der Betriebsschließungen um 9,3 Prozent. März und April erwiesen sich hingegen mit einem Rückgang von rund 4 Prozent gegenüber 2018 deutlich erholt.

Immer mehr Neugründungen

 

Mit Blick auf Kleinstunternehmen zeigt sich in den ersten vier Monaten des Jahres in Frankreich eine gewisse wirtschaftliche Dynamik. 265.827 Unternehmen wurden gegründet, was einer Steigerung von 19,5 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Auch ohne Berücksichtigung dieser Selbständigen bleibt der Anstieg um 10 Prozent mit 137.571 Unternehmensgründungen noch kräftig. Allerdings erwartet Coface, dass diese guten Zahlen letztlich auch wieder zu einem Anstieg der Insolvenzen führen werden. Denn erfahrungsgemäß wird jedes zweite Unternehmen fünf Jahre nach seiner Gründung nicht mehr aktiv sein. Das durchschnittliche Insolvenzalter liegt bei 81 Monaten.

 

Kleinstunternehmen spüren Abschwächung des Wirtschaftszyklus als erste

Kleinstunternehmen machten 83 Prozent der Insolvenzen aus. Sie waren von der Konjunkturabschwächung zu Beginn des Jahres besonders betroffen. Auch der Sektor der privaten Dienstleistungen litt unter dem geringeren Vertrauen der französischen Haushalte, das 5 Punkte unter dem historischen Durchschnitt lag. Darin drückt sich die Erwartung an Arbeitslosigkeit und Kaufkraft aus. Insgesamt schneiden bei der Insolvenzentwicklung derzeit nur der Bausektor und der Agrar- und Ernährungssektor gut ab. Alle anderen Hauptbranchen verzeichnen einen weiteren Anstieg der Insolvenzen, die nach dem Coface-Prognosemodell für das Gesamtjahr 2019 um 1,7 Prozent steigen dürften.

  

 

 

 

 

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