Laos (Demokratische Volksrepublik Laos)

Asien

BIP pro Kopf ($)
$1,970.8
Bevölkerung (im Jahr 2021)
7,6 Millionen

Bewertung

Länderrisiko
D
Geschäftsklima
D
Zuvor
D
Zuvor
D
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Zusammenfassung

Stärken

  • Natürliche Ressourcen: Bodenschätze (Gold, Kali, Eisen, Bauxit), landwirtschaftliche Erzeugnisse (Mais, Reis, Zuckerrohr, Kautschuk, Maniok, Sojabohnen, Kaffee, Obst) und forstwirtschaftliche Erzeugnisse (Holz und Zellstoff)
  • Ausbau des Wasserkraftsektors mit zahlreichen Staudämmen am Mekong und Exportverträgen (Thailand, Vietnam, China)
  • Ankurbelung des Tourismus durch den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur
  • Erhebliche Investitionen aus den Nachbarländern
  • Regionale Integration (ASEAN), ergänzt durch die Eisenbahnverbindung zwischen Laos und China
  • Chinas Schuldenerleichterungsmaßnahmen tragen dazu bei, einen Staatsbankrott zu verhindern

Schwächen

  • Anfälligkeit gegenüber Rohstoffpreisen und Wetterbedingungen (Wasserkraft)
  • Zahlreiche Infrastrukturprojekte und Gebiete unter chinesischer Kontrolle
  • Sehr hohe Auslandsverschuldung (mehr als die Hälfte davon gegenüber China) und geringe Devisenreserven
  • Binnenstaat: Abhängigkeit von den Nachbarländern
  • Haushaltskürzungen in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Infrastruktur
  • Begrenzte Produktionskapazitäten aufgrund mangelnder Ausbildung und Arbeitskräftemangel, verursacht durch die Abwanderung nach Thailand sowie die Konzentration ausländischer Direktinvestitionen auf die Rohstoffgewinnung
  • Fragiler institutioneller Rahmen, langsames Justizsystem, Aufnahme in die „graue Liste“ der FATF, trotz Finanzhilfen aus China nach wie vor unzureichende Infrastruktur
  • Ineffektive Geldpolitik: Dollarisierung (69 % der Einlagen), geringe Finanzialisierung

Handelsaustausch

Exportvon Waren in % der Gesamtmenge

China
44%
Thailand
24%
Vietnam
17%
Australien
6%
Europa
3%

Importvon Waren in % der Gesamtmenge

Thailand 48 %
48%
China 25 %
25%
Vietnam 6 %
6%
USA 3 %
3%
Japan 3 %
3%

Ausblick

Dieser Abschnitt ist ein wertvolles Instrument für Finanzverantwortliche und Kreditmanager in Unternehmen. Er enthält Informationen über die Zahlungs- und Inkassopraktiken, die in dem Land üblich sind.

Wachstum auf der Grundlage ausländischer Direktinvestitionen und der dadurch generierten Exporte

Für 2026 wird eine leichte Verlangsamung des Wachstums erwartet, das jedoch moderat bleiben und weiterhin unter dem Niveau vor der COVID-Pandemie (7–8 %) liegen dürfte. Die wirtschaftliche Dynamik wird weitgehend durch ausländische Direktinvestitionen (5 % des BIP im Jahr 2024) angetrieben, die hauptsächlich aus China, Thailand und Vietnam stammen. Diese Länder konzentrieren sich vor allem auf Wasserkraft, erneuerbare Energien, das Stromnetz, den Bergbau und die Infrastruktur. So hat beispielsweise Chinas Bau und Finanzierung der 2021 eingeweihten Eisenbahnstrecke zwischen Laos und China den Verkehr revolutioniert. Allerdings könnten Zweifel an der Fähigkeit des Landes, seine Schuldenlast zu bewältigen, der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften sowie die Verpflichtung, einen größeren Anteil der Exporteinnahmen ins Ausland zu transferieren, das Vertrauen ausländischer Investoren belasten. Gleichzeitig spielen öffentliche Investitionen (in Straßen, Brücken, Staudämme und das Stromnetz) eine Schlüsselrolle bei der Anziehung ausländischer Direktinvestitionen. Die Haushaltskonsolidierung schränkt jedoch die öffentlichen Ausgaben ein. Schließlich behindert der eingeschränkte Zugang zu Krediten für lokale Unternehmen die inländischen Investitionen, auch wenn die Stabilisierung des Kip die Kosten für Importe von Vorleistungsgütern und Ausrüstung senkt.

Der Dienstleistungssektor macht mehr als 40 % des BIP aus und wird vom ausländischen Tourismus (jährlich mehr als 3 % des BIP), dem Transportwesen und der Logistik dominiert. Der Tourismus, vor allem aus den Nachbarländern, hat von der Kampagne „Visit Laos Year 2024“ und der verbesserten Anbindung an die Außenwelt profitiert. Es wird erwartet, dass die Zahl der Touristen bis 2026 wieder das Niveau vor der Covid-Pandemie erreicht. Der Beitrag des Außenhandels wird positiv bleiben. Die Exporte von Rohstoffen tragen zur Ankurbelung der Wirtschaft bei. Chinesische Investitionen haben zu einem starken Anstieg der Stromexporte geführt (15 % der Gesamtexporte im Jahr 2024).

Eine der größten Herausforderungen bleibt der Kampf gegen die Inflation. Nachdem sie ein außergewöhnlich hohes Niveau erreicht hatte (31 % im Jahr 2023), sank sie 2025 unter 10 % und wird voraussichtlich auch 2026 weiter zurückgehen. Die importierte Inflation ist aufgrund niedrigerer weltweiter Lebensmittel- und Energiepreise zurückgegangen, was durch den starken Rückgang der Abwertung des Kip noch verstärkt wurde. Zudem hat China auf der Suche nach alternativen Märkten seine Verkäufe in Südostasien gesteigert und gleichzeitig seine Preise gesenkt. Die Zentralbank senkte ihren Leitzins im August 2025 auf 9 %, nachdem er ein Jahr zuvor noch bei 10,5 % gelegen hatte. Aufgrund der Dollarisierung der Wirtschaft setzt sie jedoch vorrangig auf Mindestreserveanforderungen und Offenmarktgeschäfte, um die Geldmenge zu regulieren. Die Disinflation hat zu einem leichten Aufschwung des privaten Konsums geführt, der jedoch aufgrund der restriktiven Wirtschaftspolitik weiterhin schleppend verläuft.

Erdrückende Verschuldung behindert die öffentlichen Ausgaben

Der seit 2022 dank der restriktiven Politik erzielte Primärhaushaltsüberschuss (d. h. ohne Zinszahlungen) hat die Schuldenlast verringert. Dennoch ist diese nach wie vor beträchtlich. Die Schulden sind überwiegend Auslandsschulden (mehr als 50 % gegenüber China) und hauptsächlich auf US-Dollar lautend. Die übermäßige Verschuldung Laos’ steht im Zusammenhang mit 35 chinesischen Projekten, die seit 2010 identifiziert wurden. China gewährt regelmäßig Zahlungsaufschübe, um einen Zahlungsausfall zu vermeiden. Bei Nichteinhaltung der Schuldenverpflichtungen kann dem chinesischen Gläubiger die Konzession zum Betrieb der betreffenden Infrastruktur zugesprochen werden. Infolgedessen sah sich das staatliche Unternehmen Electricité du Laos (EDL), auf das fast 45 % der gesamten Staatsverschuldung entfallen, gezwungen, einen 25-jährigen Konzessionsvertrag mit China Southern Power Grid abzuschließen, wodurch das Joint Venture Electricité du Laos Transmission Company Limited gegründet wurde. Durch diese Vereinbarung werden die Leitung und Kontrolle über EDL an das chinesische Unternehmen übertragen. Dies war vor dem Hintergrund einer Unterpreisung von Strom auf dem heimischen Markt notwendig. Der Schuldendienst schränkt andere öffentliche Ausgaben ein, insbesondere in den Bereichen Bildung und Gesundheit. Die Ausgaben in diesen Sektoren beliefen sich im Jahr 2024 auf lediglich 11,3 % des BIP. Zudem beträgt das für die Instandhaltung der Straßeninfrastruktur bereitgestellte Budget nur ein Drittel des Bedarfs, während der grenzüberschreitende Straßenverkehr zunimmt. Neben dem von China gewährten Schuldenerlass finanziert sich die Regierung hauptsächlich durch die Ausgabe von Wertpapieren in Fremdwährung oder in Kip an lokale Banken.

Die Abhängigkeit Laos’ von China könnte erklären, warum das Land zu den am stärksten von US-Zöllen betroffenen Ländern gehört (40 %). Allerdings machen die Exporte in die USA nur 1,6 % des Gesamtvolumens aus. Die Auswirkungen wären daher indirekt über die Abhängigkeit von seinen Handelspartnern. Die Handelsbilanz wird weiterhin einen deutlichen Überschuss aufweisen. Im Jahr 2024 hatte Strom den größten Anteil an den Exporten (21,3 % des Gesamtvolumens). Laos hat sich zum Ziel gesetzt, die „Batterie Südostasiens“ zu werden. Bis 2030 plant Vietnam, rund 5.000 MW Strom aus Laos zu importieren, was einem Viertel der geplanten Exporte Laos’ entspräche. Es folgen Mineralien, Elektronik (eine boomende Branche) und Bekleidung. Der Handelsüberschuss ergänzt den Überschuss aus dem Tourismussektor. Zusammen mit den Überweisungen von im Ausland lebenden Laoten aus Thailand – auch wenn diese stagnieren – und ausländischen Direktinvestitionen dürften diese Überschüsse die an ausländische Investoren gezahlten Zinsen und Dividenden sowie die durch die von China gewährten Stundungen gelockerten Fristen für die Schuldentilgung mehr als ausgleichen. Dies trägt zum Anstieg der Devisenreserven bei, die nach wie vor begrenzt sind und Ende Juni 2025 den Importbedarf von 3,2 Monaten deckten.

Zwischen innenpolitischer Stabilität und außenwirtschaftlicher Abhängigkeit

Laos wird seit dem Sturz der Monarchie im Jahr 1975 von einer einzigen Partei regiert: der Laotischen Revolutionären Volkspartei (LPRP). Der Generalsekretär der Partei und Präsident der Republik, Thongloun Sisoulith, übt den Löwenanteil der Macht aus, während die Nationalversammlung hauptsächlich dazu dient, die Entscheidungen der LPRP abzusegnen. Die Parlamentswahlen im Februar 2026 werden daran nichts ändern. Das Fehlen von Meinungs- und Pressefreiheit verhindert die Entstehung einer organisierten Opposition. Die Regierung wurde von der internationalen Gemeinschaft wegen ihrer Unterdrückung politischer Gegner, insbesondere von Angehörigen der Hmong-Minderheit, kritisiert. Seit 2022 und dem Anstieg der Inflation melden sich die Abgeordneten zwar zunehmend zu Wort, doch Kritik ist nach wie vor selten. Politische Stabilität wird vom Regime als Vorteil angepriesen, um ausländische Investitionen anzuziehen. Dennoch sind niedrige Löhne, Korruption, regionale Ungleichheiten, Zwangsumsiedlungen im Zusammenhang mit großen Infrastrukturprojekten sowie aggressive Bergbau- und Landwirtschaftspraktiken ausländischer Investoren weiterhin Quellen der Unzufriedenheit.

Außenpolitisch unterhält Laos angesichts seines Status als Binnenstaat enge Beziehungen zu Vietnam, Thailand und China, seinen mächtigsten Nachbarn, von denen es abhängig ist. Es ist Mitglied regionaler (ASEAN seit 1997) und internationaler (WTO seit 2013) Organisationen, was es ihm ermöglicht, seine Blockfreiheit und Kooperationsbereitschaft zu bekräftigen. Sein Ackerland, seine Arbeitskräfte und der Strom aus Staudämmen stehen seinen Nachbarn zur Verfügung, insbesondere China, das durch massive Investitionen, seine Position als größter Gläubiger und seine Kontrolle über den Oberlauf des Mekong eine vorherrschende Rolle spielt. Dieses unausgewogene Verhältnis zwischen China und Laos schränkt den finanziellen und politischen Handlungsspielraum Laos’ ein und wirft Fragen hinsichtlich der Souveränität auf. Darüber hinaus ist Laos auch auf internationale Hilfe angewiesen, die aufgrund der repressiven Innenpolitik tendenziell zurückgeht.

Zuletzt aktualisiert: 10. September 2025