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Coface-Umfrage: Schnelle Entscheidungen werden in Zeiten der Unsicherheit wieder zum kritischen Erfolgsfaktor für Unternehmen

Das größte Hindernis für Unternehmenswachstum ist nicht mehr nur der Markt, sondern auch die Fähigkeit von Unternehmen, Entscheidungen zu treffen. Laut der aktuellen Coface-Umfrage unter 1.250 Führungskräften in 13 Ländern nennen 68 % langsame Entscheidungsprozesse als wesentliches Hemmnis. In einem von hoher Unsicherheit geprägten Umfeld versuchen Unternehmen nicht mehr nur, Risiken zu vermeiden. Sie müssen lernen, schneller zu entscheiden. Eine Transformation ist im Gange: Risiko wird zunehmend zu einem Treiber von Entscheidungsfindung und Wachstum.

Kernzahlen:

  • 68% der Unternehmen sehen langsame Entscheidungsprozesse als wesentliches Wachstumshemmnis
  • 62% der Entscheidungsträger sind der Ansicht, dass wirtschaftlicher Ehrgeiz und Risikodisziplin weiterhin grundsätzlich im Widerspruch zueinander stehen
  • 44% glauben, dass Risiko- und Finanzteams in den nächsten drei bis fünf Jahren zu strategischen Wachstumspartnern werden
  • 77% erwarten von externen Partnern prädiktive Erkenntnisse, um proaktivere Entscheidungen zu ermöglichen

 

Entscheidungslähmung: ein neues zentrales Risiko 

Risiko wurde lange als externer Faktor betrachtet. Heute ist es in hohem Maße auch ein interner Faktor. In vielen Organisationen werden Entscheidungen durch anhaltende Spannungen zwischen Vertriebsteams und Risikofunktionen sowie durch Schwierigkeiten bei der Nutzung vorhandener Daten verlangsamt. Fast sechs von zehn Organisationen (59%) sind der Meinung, dass Rückmeldungen von Risikoteams als übermäßig vorsichtig oder nicht marktnah wahrgenommen werden. Das schürt Misstrauen und erschwert Entscheidungen.

Diese Dynamik führt zu einem echten Teufelskreis. Wenn keine konsolidierten Daten vorliegen, stützen sich Entscheidungen stärker auf Einschätzungen. Das erhöht die Vorsicht und verlangsamt Entscheidungsprozesse zusätzlich. 52% der Unternehmen berichten von fragmentierten Daten über verschiedene Märkte hinweg.

 

„Nein“ sagen oder ein „Ja“ ermöglichen: ein Paradigmenwechsel 

Diese Lähmung ist teilweise auf einen weiterhin defensiven Umgang mit Risiko zurückzuführen. Jede zweite Führungskraft (50%) ist der Ansicht, dass ein „Nein“ sicherer ist, als ein „Ja“ zu ermöglichen, selbst wenn Chancen in einem strukturierten Rahmen geprüft werden könnten. 

Doch die Erwartungen verändern sich schnell. Während derzeit nur 24 % der Entscheidungsträger Risikoteams als echte Wachstumspartner sehen, erwarten 44 %, dass sie diese Rolle in den nächsten drei bis fünf Jahren übernehmen werden. Der Wandel ist klar: Am erfolgreichsten werden jene Unternehmen sein, die über ein kontrollorientiertes Denken hinausgehen und ein „sicheres Ja“ ermöglichen. Dafür müssen sie Risiken von Beginn an in den Entscheidungsprozess einbeziehen.

 

Eine Minderheit der Unternehmen geht voran 

Derzeit verfolgt nur eine Minderheit der Organisationen, 12,6 % der befragten Unternehmen, einen vollständig wachstumsorientierten Ansatz. Diese Unternehmen werden in der Studie als Open Advantage Leaders bezeichnet und zeichnen sich durch konkrete Praktiken aus. Dadurch können sie Unsicherheiten schneller in umsetzbare Entscheidungen übersetzen und Chancen nutzen, die andere Organisationen verstreichen lassen. 

  • 70% beziehen Risikoteams bereits in den frühesten Phasen der Entscheidungsfindung ein, gegenüber einem Durchschnitt von 58%
  • ein größerer Anteil von ihnen betrachtet Risiko als Wettbewerbsvorteil (29% gegenüber 19%)
  • sie fördern eine Kultur der Diskussion und kritischen Auseinandersetzung (38% gegenüber 23%) 

 

Daten und KI: entscheidende Beschleuniger 

In diesem Kontext wird Datenqualität zu einem zentralen Leistungstreiber. Dennoch geben nur 20% der Unternehmen an, über konsistente Daten in ihren verschiedenen Märkten zu verfügen. Das begrenzt ihre Fähigkeit, Entwicklungen zu vergleichen und vorauszuschauen. 

Angesichts dieser Grenzen entwickeln sich die Erwartungen schnell weiter. Ziel ist es, Unsicherheit zu verringern und Entscheidungen zu beschleunigen, ohne Kontrolle aufzugeben. 

  • 59% der Führungskräfte wünschen sich, dass Risikoteams prädiktive Erkenntnisse stärker nutzen, um Szenarien zu simulieren
  • 54% möchten den Einsatz KI-gestützter Lösungen für Risikoanalysen beschleunigen

 

Von „Schutz“ zu „Vorausschau“: die Schlüsselrolle externer Partner 

Unternehmen erwarten heute deutlich mehr von ihren Partnern als reine Risikoabsicherung:

  • 77% möchten von prädiktiven Analysen profitieren, um Marktentwicklungen frühzeitig zu erkennen,
  • 71% erwarten von ihren Partnern, dass sie ihnen das Vertrauen geben, mehr Chancen zu nutzen. 

Darüber hinaus sind 65 % der Entscheidungsträger der Meinung, dass externe Partner mutigere Geschäftsentscheidungen ermöglichen müssen. Sie sollen Schutz, Daten und Antizipationsfähigkeit miteinander verbinden. In diesem neuen Umfeld sind Fachleute im Risikomanagement gefordert, zu echten Partnern in der Entscheidungsfindung zu werden. Sie sollen Unsicherheit in leichter umsetzbare Entscheidungen übersetzen. 

 

Xavier Durand, CEO von Coface, erklärt:

Für Unternehmen besteht die eigentliche Herausforderung nicht mehr darin, Risiken zu vermeiden, sondern darin, Unsicherheit in fundierte Entscheidungen umzuwandeln. Dafür braucht es Daten.

Die Fähigkeit, Informationen zu erfassen, zu analysieren und in die Zukunft zu projizieren, wird zentral, um früher, schneller und sicherer „Ja“ sagen zu können.

Die erfolgreichsten Unternehmen sind nicht diejenigen, die weniger Risiken eingehen, sondern diejenigen, die über die beste Informationsgrundlage für Entscheidungen verfügen.

 

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