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10.05.2017
Länder- und Branchenbewertungen

Zahlungsverhalten in China besser

Corporate payments improve in China in 2016 but ultra-long overdues are up under financial stress

Die Zahlungserfahrungen chinesischer Unternehmen haben sich verbessert. Nur noch 68 Prozent der vom Kreditversicherer Coface befragten Unternehmen gaben an, 2016 Zahlungsverzögerungen erlebt zu haben. Im Vorjahr und im Fünf-Jahres-Durchschnitt der Befragung waren es noch rund 80 Prozent. Von den über 1000 Unternehmen, die sich an der jährlichen Untersuchung beteiligten, gaben zudem weniger Unternehmen an, dass sich die jeweiligen Beträge an Außenständen erhöht hätten. Dennoch geben sehr lange Verzögerungen weiter Grund zu Sorge.

Denn über ein Drittel (35,7 Prozent) warteten länger als sechs Monate als vereinbart auf ihr Geld, wobei diese Außenstände mehr als zwei Prozent des Jahresumsatzes ausmachten und damit eine kritische Marke überschritten. 2015 waren es 33,4 Prozent der befragten Unternehmen. Auch die Überschreitungen der Zahlungsziele um mehr als 90 Tage nahmen zu: 2015 waren es 21 Prozent der Unternehmen, im vergangenen Jahr 26,3 Prozent. Über 150 Tage Verzug erlebten 15,9 Prozent nach 9,9 Prozent im Jahr zuvor.
Nach Erfahrungen von Coface werden 80 Prozent der um mehr als 180 Tage überfälligen Rechnungen nicht mehr beglichen. Machen die Forderungsverluste mehr als zwei Prozent des Jahresumsatzes aus, wird die Liquidität angegriffen. 10,9 Prozent der Unternehmen gaben sogar an, dass die sehr langen Überziehungen um mehr als 180 Tage über 10 Prozent des Umsatzes betrugen. Damit wird der Cashflow gefährlich beeinträchtigt.

Die betroffenen Unternehmen sind ohnehin in einer finanziellen Stresssituation. Neben erschwerten Kreditkonditionen machen ihnen schrumpfende Gewinnmargen aufgrund industrieller Überkapazitäten, geringerer Nachfrage und härterem Wettbewerb zu schaffen.

Risikobranchen: Bau, Chemie, Industriemaschinen und Elektronik

Unter den elf Branchen, die in der Zahlungsstudie erfasst wurden, verzeichnen sechs eine Verschlechterung beim Zahlungsverhalten ihrer Kunden und eine Zunahme extrem langer Verzögerungen: Chemie, Industriemaschinen und Elektronik, IT-Telekommunikation, Metall, Pharma, Einzelhandel.

In der Metallbranche, seit einigen Jahren von Coface in „sehr hohes Risiko“ eingestuft, gibt es einige Anzeichen der Besserung durch Restrukturierung und Erholung bei den Preisen. Viele Metallunternehmen haben zwar weiter mit langen Überziehungen zu tun, aber nicht mehr so sehr mit extrem langen und hohen Summen über 10 Prozent des Jahresumsatzes.

Der langfristige Ausblick für die Pharmabranche ist positiv. Er wird gestützt durch strukturelle Wachstumstreiber wie die alternde Gesellschaft und steigende Pro-Kopf-Einkommen. Die Zahlungserfahrungen haben sich von 2015 auf 2016 allerdings verschlechtert. Mit dazu beigetragen haben sicherlich die schnell zunehmenden regulatorischen Maßnahmen, so die Einführung eines Zwei-Rechnung-Systems, das in elf Provinzen getestet wird.

Das Zahlungsausfallrisiko blieb im Sektor Haushaltselektrik und Elektrogeräte stabil, während Automobil und Transport, Bau, Holz-Papier und Textil-Bekleidung Verbesserungen in Punkto sehr lange Überziehungen verzeichneten.

Trotz einiger positiver Veränderungen bleibt der Bau 2016 die Branche mit dem höchsten Risiko. Hier meldeten 45,9 Prozent der Unternehmen Zahlungsfristüberschreitungen um mehr als sechs Monate und mit Summen über zwei Prozent des Umsatzes. 2017 dürfte auch wegen der strengeren Kreditkonditionen ein weiteres schwieriges Jahr für die hoch verschuldeten Unternehmen der Branche werden.

Die Entspannung im Automobil- und Transportsektor, die durch Steueranreize für den Autokauf stimuliert worden war, dürfte nur vorübergehend sein. Gegenwind kommt vom zunehmend härteren Wettbewerb, der gebremsten Nachfrage nach Autos und steigenden Preisen für Rohmaterialien.

Die Unternehmensbefragung in China führt Coface jährlich seit 2003 durch. An der 14. Studie im Oktober und November 2016 beteiligten sich 1017 Unternehmen aus verschiedenen Branchen.

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