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17.12.2015
Länder- und Branchenbewertungen

Weinproduktion in Europa: Qualitätsmodell besteht im Wettbewerb

Wein braucht Qualität

Weinproduktion in Europa: Qualitätsmodell besteht im Wettbewerb, aber Spanien ist anfällig

 

 

 

  • Weinkonsum geht in Europa zurück und steigt im Rest der Welt
  • 2027 werden China und die USA den Verbrauch anführen
  • 60 Prozent der Produktion und fast zwei Drittel der Exporte sind aus Europa
  • Drei Produktionsmodelle nebeneinander in Europe
  • Risiken und Chancen für Europa: Weinkonsum steigt in China, aber Wettbewerb aus der „neuen Welt“ wird härter

 

Weinproduktion Europa: Mix aus Qualität und Quantität

Italien, Frankreich und Spanien dominieren mit zusammen 48 Prozent die weltweite Weinproduktion. Jedes dieser Länder verfolgt ein eigenes Produktionsmodell. Dies zeigt sich in den jeweiligen Produktpositionierungen und Exportstrukturen.

Frankreich positioniert sich mit hochwertigen Produkten am Markt. Die „Qualitätsquote“ als Ausdruck des Exportwertes zur Menge ist zwei- bzw. fünfmal höher als die von Italien und Spanien. Italien entwickelt sich hin zum Qualitätsmodell. Das zeigt sich darin, dass Italien die Qualitätsquote ähnlich stark steigert wie Frankreich. Zwischen 2001 und 2014 stieg dieser Wert in Italien um 240 Prozent, in Frankreich um 250 Prozent. In allen drei Ländern schrumpft indes die Anbaufläche: minus 12 Prozent in Frankreich, minus 20 Prozent in Italien und minus 18 Prozent in Spanien. Dies hängt mit der bewusst reduzierten Produktion und Restrukturierungen zusammen. Allerdings ist die Fläche in Spanien noch um gut ein Drittel (35 Prozent) größer als in den anderen beiden Ländern.

Zwar ist Spanien seit 2014 mengenmäßig das weltweit größte Weinexportland. Sein Modell ist aber gegenüber der Konkurrenz aus Übersee am anfälligsten. Denn die Produkte sind eher im unteren und im mittleren Preissegment platziert.

Beim Verbrauch wird die Rangliste bis 2027 auf den Kopf gestellt: China und USA werden die größten Weinkonsumenten der Welt

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Frankreichs Position als ehemalige Nummer 1 beim weltweiten Weinkonsum (2013 mit 43,8 Litern pro Kopf und Jahr) bröckelt weiter. Auch der Verbrauch in Europa insgesamt geht zurück, zwischen 2003 und 2013 um 17.000 Hektoliter. Coface erwartet, dass bis 2027 die größte Nachfrage aus Asien kommen wird. In China wird Wein immer beleibter, vor allem wegen der wachsenden Mittelschicht, die sich bis 2022 erneut verdreifachen könnte. Die Weinimporte dürften dort rasant steigen, um die Nachfrage zu decken. Allein in den vergangen sechs Jahren importierte China für 1,8 Milliarden Dollar Wein, in Menge waren es 238.000 Tonnen mehr.

 

Europäische Exporteure werden langfristig schwächer

Derzeit teilen sich die drei führenden europäischen Produktionsländer zwei Drittel aller Weinexporte, sowohl in der Menge als auch im Wert. Aber können die Europäer angesichts der wachsenden Konkurrenz aus der "neuen Welt” diese Position halten?

Während die traditionellen Exporteure sich behaupten, geht mit Ausnahme von Spanien die Produktion in Europa zurück. Die Freihandelsabkommen zwischen China, Australien, Chile und Neuseeland bringen Steuervorteile für Exporteure aus diesem Raum. Dies führt vor allem im unteren und mittleren Preissegment zu einer starken Konkurrenz für die Europäer. Produzenten in Chile und Südafrika profitieren zudem von niedrigeren Wechselkursen. Der afrikanische Absatzmarkt ist noch auf niedrigem Niveau und bietet somit großes Entwicklungspotenzial. Dies ist indes in Asien ungleich größer.

“Die vielen Weinproduzenten in Europa bewegen sich trotz ihrer oft geringen Größe auf einer soliden Basis und auf hohem Qualitätsniveau. Das zeigt sich auch in der Tatsache, dass in Frankreich Insolvenzen in dieser Branche äußerst selten sind“, erklärt Guillaume Rippe-Lascout, Economist bei Coface. „Die europäischen Hersteller, außer den Spaniern, leiden daher auch nicht unter der globalen Konkurrenz im unteren und mittleren Segment. Bis jetzt ist die Qualitätsphilosophie des alten Kontinents noch nicht infrage gestellt. Es gilt aber, die Wachstumspotenziale im Export zu erkennen und das Risikomanagement zu optimieren.“

 

 

Download infografiK "Globalisation of the wine market"

 

 

 

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