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07.07.2016
Länder- und Branchenbewertungen

Trotz anhaltender Krisen bietet Subsahara-Afrika in den kommenden zehn Jahren Chancen

Trotz anhaltender Krisen bietet Subsahara-Afrika in den kommenden zehn Jahren Chancen
  • Schwer getroffen von der gebremsten Dynamik in China und gefallenen Rohstoffpreisen zeigen die afrikanischen Länder südlich der Sahara ihr schwächstes Wachstum seit 200
  • 15, auch von Krisen geplagte, Länder haben dennoch gutes Potenzial für die künftige Konsumentwicklung
  • Zwei Branchen mit mittelfristigen Chancen: Einzelhandel und Informations- und Kommunikationstechnik

Kontinent leidet unter schweren wirtschaftlichen Problemen

Die Weltwirtschaft ist in Turbulenzen. Die Abschwächung in China und die gefallenen Rohstoffpreise schlagen auf die wirtschaftlichen Fundamente der Länder südlich der Sahara durch. Das Wachstum zeigt mit voraussichtlich 2,6 Prozent in diesem Jahr nach 3,4 Prozent 2015 den schwächsten Wert seit 2008.

Rohstoffexportierende Länder waren zu schnellen Maßnahmen gezwungen, um die wachsenden externen Risiken zu begrenzen. Viele dieser Länder haben versucht, den Wechselkurs ihrer Währungen gegenüber dem Dollar stabil zu halten, allerdings mit wenig Erfolg. Einige Länder reduzierten ihre Ausgaben, um die Staatshaushalte zu schonen. Doch die Stärke der Krise hat die anhaltenden, auch strukturellen Probleme verschärft und die Anfälligkeit erhöht. Trotz der großen Ungleichgewichte auf dem Kontinent zeigen unter anderem die Potenziale für Konsumausgaben, dass diese Länder mittelfristig einen Aufschwung schaffen und sich zu profitablen Märkten entwickeln könnten.

Weisen Verbraucher den Ausweg?

15 der 55 von Coface untersuchten Länder zeigen Potenzial für eine Steigerung der Konsumentenausgaben: Gabun, Botswana, Namibia, Südafrika, Nigeria, Äthiopien, Elfenbeinküste, Mozambique, Tansania, Senegal, Demokratische Republik Kongo, Ghana, Kenia, Ruanda, Angola. Coface hat anhand von zwei Kriterien, Demografie und Haushaltseinkommen, ein Ranking der Länder erstellt.

 

Die Demografie bietet einen Maßstab für die potenzielle Größe eines Marktes. In den Städten der Subsahara-Länder werden um 2025 mehr als 50 Prozent der Gesamtbevölkerung leben. Die Pro-Kopf-Einkommen werden steigen und die Ausgaben für die Infrastruktur werden ausgeweitet. Der heute noch hohe Altersabhängigkeitsquotient[1] dürfte in den nächsten zehn Jahren sinken. Diese Länder zeigen zudem ein großes wirtschaftliches Engagement, besonders die mit der größten Bevölkerung, zum Beispiel Nigeria mit derzeit 182 Millionen Einwohnern. Die UN schätzt, dass die Bevölkerung in Subsahara-Afrika bis 2025 auf 1,2 Milliarden wachsen wird.

  • Um das Ausgabenpotenzial der Haushalte zu berechnen, wurden die tatsächlichen Verbraucherausgaben 2014, eine Hochrechnung des jährlichen durchschnittlichen BIP-Wachstums  für die Jahre von 2015 bis 2025 sowie das für 2015 prognostizierte BIP pro Kopf herangezogen.

 

Der kombinierte Demografie-Ökonomie-Score für die 15 Länder mit Potenzial liegt bei 40 von 100 oder darüber. In dieser Ländergruppe sind die wichtigsten Ölexporteure (Gabun, Nigeria, Angola) und einige Exportländer von anderen Rohstoffen, vor allem von Mineralien (Botswana, Namibia, Ghana, Südafrika)

Nigeria, Angola, Ghana, Südafrika: Chancen für Einzelhandels- und ICT-Unternehmen

  • Der Einzelhandel, der trotz der aktuellen wirtschaftlichen Probleme weiter zulegt, hat insgesamt großes Wachstumspotenzial. Der zunehmende Wohlstand könnte Nachfrage und Angebot in Richtung höherwertiger Produkte entwickeln. Auch die Entwicklung der Infrastruktur spielt für den Handel eine wichtige Rolle. Das zeigt sich in Südafrika, das 2000 Shoppingcenter hat und damit weltweit unter den Ländern mit den meisten Shoppingcentern auf Platz sechs liegt.
  • Die Informations- und Kommunikationstechnik hat großes Potenzial zur Ausweitung. Die Ausstattung der Haushalte ist noch relativ gering und die über Mobilgeräte verfügbaren Services steigen rasant. Neue Technologie ist zudem eine wichtige Voraussetzung und Möglichkeit zur Diversifizierung der Wirtschaft.

Die Wachstumskurve der Länder südlich der Sahara kann von wirtschaftlichen Krisen und politischen Themen gedrosselt werden. Aber diese Faktoren gefährden nicht den mittelfristig positiven Ausblick.

[1] Anteil der wirtschaftlich abhängigen Menschen an der Gesamtbevölkerung (unter 15 und über 65 Jahren)

 

 

Download Infografik: "Despite persistent crises, sub-Saharan Africa presents opportunities in 2025 time-frame"

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