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26.05.2017
Länder- und Branchenbewertungen

Neue Coface-Studie: Optimismus bei Unternehmen in den VAE

Neue Coface-Studie: Optimismus bei Unternehmen in den VAE

 

  • Unternehmen in VAE vorsichtig optimistisch.
  • 43,5% der Exporteure und 42% der inländischen Lieferanten erwarten höhere Profitabilität, 52,2% bzw. 59% steigende Verkaufszahlen und 39% der exportierenden Unternehmen verbesserten Cashflow.
  • Ausstehende Forderungen und unbezahlte Rechnungen liegen im Durchschnitt der VAE-Unternehmen im einstelligen Prozentbereich vom Jahresumsatz.
  • Zahlungsziele länger bei gestiegenem Risikobewusstsein.
  • Inlandsorientierte Unternehmen weniger betroffen vom gebremsten Wachstum und Liquiditätsproblemen als Exporteure.

An der ersten Untersuchung zum Kreditmanagement von Unternehmen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) nahmen 136 Unternehmen aus 11 Branchen teil. Die befragten Unternehmen berichteten von verlängerten Zahlungszielen. Firmenkunden reagieren auf nachlassende Verkaufszahlen aufgrund des schwächeren globalen Handels und angespannter Liquidität mit verspäteten Zahlungen. Dennoch ist die Mehrheit der Unternehmen optimistisch in Bezug auf die wirtschaftlichen Aussichten der VAE und der Golfregion.

 

„Die Unternehmen versuchen am leichten Aufschwung der Wirtschaft teilzuhaben. Die Diversifizierung hat dazu beigetragen, die Effekte des Ölpreis-Einbruchs auf die Gesamtwirtschaft abzufedern. Der Aufwärtstrend wird hauptsächlich getragen vom Auslandshandel mit Nicht-Öl-Produkten, dem privaten Konsum, dem Tourismus und Investitionen in die Dubai Expo 2020“, sagt Massimo Falcioni, CEO Naher Osten bei Coface. Seltem Iyigun, Regional Economist für die Region bei Coface, sieht die inlandsorientierten Unternehmen weniger betroffen von der jüngsten Verlangsamung der VAE-Ökonomie als exportierende Unternehmen.

Gute Aussichten für die Wirtschaft

In der Coface-Befragung zeigten sich die Unternehmen überwiegend positiv gestimmt mit Blick auf die nahe Zukunft. 31 Prozent gaben auch an, in den letzten sechs Monaten mehr verkauft zu haben. Auch die Exporteure sind verhalten optimistisch. 43,5 Prozent erwarten eine höhere Profitabilität, 52,2 Prozent steigende Verkaufszahlen und 39 Prozent einen verbesserten Cashflow. Bei den Unternehmen mit Inlandsgeschäft sehen 42 Prozent kurzfristig steigende Gewinne. 59 Prozent gehen von einer besseren Auftrags- und Absatzlage aus. Dies sagen vor allem Unternehmen aus den Branchen Bau, landwirtschaftliche Lebensmittel und Einzelhandel. Die Hauptzielländer für die Exporte sind in der Golfregion (Länder des Golfkooperationsrates, GCC) und im Nahen Osten/Nordafrika (MENA).

Für den Grundstücks- und Baubereich ergeben sich positive Aussichten aufgrund günstiger Rahmenbedingungen: neue Touristenattraktionen, erleichterte Verwaltungsverfahren und Reformen zur Unterstützung des Bausektors. Auch für den Einzelhandel könnten sich günstige Effekte ergeben wegen der kaufkräftigen und konsumfreudigen Einwohner. Allerdings belastet die Steuer die Branche. Im Kontext dieser leicht positiven Perspektiven erklärten 43 Prozent der Unternehmen, dass sie kurzfristig Arbeitskräfte einstellen wollen.

Keine gravierenden Zahlungsrisiken

Die Unternehmen in den VAE räumen ihren Abnehmern in der Regel Zahlungsziele zwischen 60 und 90 Tagen ein und erleben durchschnittliche Zahlungsverzögerungen von 30 bis 60 Tagen. Bei den exportierenden Unternehmen sind die Überziehungen im Energiesektor mit bis über 210 Tagen am längsten. Im Inlandsgeschäft warten Baufirmen am längsten. Bei Zahlungszielen von über 90 Tagen betrage die Verspätungen im Durchschnitt weitere 93,1 Tage.

Fallen Zahlungen ganz aus, führen die Unternehmen das auf finanzielle Probleme ihrer Kunden und administrative Schwächen im Inkassoprozess zurück. Verzögerungen resultieren primär aus Liquiditätsproblemen, das gaben 52 Prozent der von Coface befragten Unternehmen an. Hinzu kommen gestiegene Finanzierungskosten (44%) und gesunkene Umsätze (42%).

Die ausstehenden Forderungen und unbezahlten Rechnungen summieren sich im Durchschnitt auf einen einstelligen Prozentsatz vom Jahresumsatz der betroffenen Unternehmen. Bei den Exporteuren sind es nach deren Angaben zwischen 2 und 5 Prozent. Bei den Unternehmen mit Kunden auf dem Inlandsmarkt gaben 18 Prozent an, dass sich die Beträge unter 2 Prozent des Jahresumsatz bewegen, bei 20 Prozent liegen sie zwischen 5 und 10 Prozent und bei 16 Prozent der Firmen bei 20 Prozent des Umsatzes. Erfahrungen von Coface zeigen, dass 80 Prozent der Forderungen, die länger als sechs Monate ausstehen, nicht mehr vollständig bezahlt werden.

52,2 Prozent der VAE-Unternehmen gaben an, dass ihre Zahlungserfahrungen mit Auslandskunden schlechter seien als mit inländischen Abnehmern. Dies deutet auf schwierigere finanzielle Bedingungen in diesen Auslandsmärkten hin.

Zahlungserfahrungen: Durchschnittliche Ziele im Export und im Inlandsgeschäft zwischen 60 und 90 Tagen

Mehr als die Hälfte der Exporteure erachtet die Zahlungsziele in den VAE als die besten, während 36,8 Prozent die Zahlungsziele in den Staaten des Golfkooperationsrates als die längsten ansehen. Exporteuren gewährte in den sechs Monaten vor der Befragung Zahlungen binnen 60 Tagen (39,1%) oder 90 Tagen (30,4%). Bei fast 35 Prozent waren es 120 Tage, bei 26,1 Prozent 180 Tage oder länger.

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Die meisten (61%) Unternehmen, die auf den Inlandsmarkt ausgerichtet sind, räumen ihren Kunden zwischen 60 und 90 Tage Zahlungsziel ein. Insgesamt sind die maximalen Zeiträume kürzer als bei exportierenden Unternehmen. Nur 27 Prozent gewähren zum Beispiel 120 Tage, bei den Exporteuren sind es  35 Prozent.

 

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Die Überschreitungen des Zahlungsziels sind für Unternehmen in den VAE bei Inlandsgeschäften kürzer als bei Exporten. 11 Prozent der Unternehmen erlebten bei Inlandslieferungen Überziehungen von weniger als 30 Tagen, unter den Exporteuren waren es 9 Prozent. Verzögerungen zwischen 30 und 60 Tagen notierten 29 Prozent der Inlandsfirmen, aber 48 Prozent der Exporteure. Bei 60 bis 90 Tagen Überziehung ist es umgekehrt: 27 Prozent der Inlandsfirmen und 13 Prozent der Exporteure  warteten so lange auf ihr Geld. Insgesamt verzeichneten nur 4 Prozent aller Unternehmen Überschreitungen des Zahlungszieles um mehr als 210 Tage, bei den exportierenden Unternehmen waren es 9 Prozent.

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