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17.12.2015
Länder- und Branchenbewertungen

Immer mehr Branchen mit hohen Risiken

Branchenbewertung - 2015 blieben hohe Risiken rund um die Welt bestehen

2015 blieben hohe Risiken rund um die Welt bestehen

 

 

 

 

Viertes Quartal 2015: keine Verbesserungen, aber neue Verschlechterungen

In den erneut verschlechterten Bewertungen spiegeln sich die erheblichen Probleme, mit denen etliche Branchen zu kämpfen haben, wider. Augenfällig sind schleppende Verkaufszahlen, die je nach Branche unterschiedliche Gründe haben.

  • In den aufstrebenden Ländern Asiens leidet die Textil- und Bekleidungsbrancheunter dem gebremsten Absatz von Bekleidung. Dies geht einher mit der verschlechterten Wettbewerbsfähigkeit Chinas und den hohen Lagerbeständen an Baumwolle, dem Hauptmaterial für Kleidung. Die Entwicklung in China ist bedeutsam, da das Land 70 Prozent des BIP der Region ausmacht. Die Schwierigkeiten für die Produzenten haben Coface veranlasst, die Branche in „hohes Risiko“ herabzustufen.
  • Der Einzelhandel in Nordamerikafindet sich jetzt in der Kategorie „mittleres Risiko“. Ursächlich dafür sind die Umsatzzahlen in den USA, aber mehr noch in Kanada, das im ersten Halbjahr 2015 in eine Rezession geriet. Kanadas Wirtschaft ist stark abhängig vom Öl. Zudem wirkt sich die Verschuldung der Haushalte negativ auf den Konsum aus, der sich im Jahresvergleich Ende des dritten Quartals auf 1,7 Prozent Wachstum einbremste, nach 2,6 Prozent im Jahr zuvor. Der Rückzug des Handelsunternehmens Target vom kanadischen Markt zeigt den spürbaren Anstieg der Risiken in der Branche.

Auch Preisrückgänge machen zu schaffen

  • Die Metallbranchen in Westeuropasind in einer schwierigen Phase, trotz Anzeichen einer leichten Erholung am Bau und der dynamischen Automobilbranche, die zu einer gesteigerten Nachfrage nach Metallen führen. Die Stahlproduktion geht zurück, vor allem wegen der Billigimporte aus Asien. In den ersten sieben Monaten 2015 führte Europa doppelt so viel Stahl ein wie 2013. Eine „Anti-Dumping-Steuer“, die im August von der Europäischen Kommission für sechs Monate eingeführt wurde, soll helfen, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie wieder zu verbessern. In der Zwischenzeit sieht Coface die Gefahr einer weiteren Destabilisierung der Branche und stuft sie in „sehr hohes Risiko“ ein.

2015: Ein Drittel der Branchen in den Risikostufen “hoch” oder “sehr hoch”

Coface untersucht regelmäßig 14 Branchen in drei großen Regionen der Welt. Diese Regionen machen 73 Prozent des globalen BIP aus. Für neun Branchen änderten die Coface-Volkswirte im Laufe des Jahres 2015 die Einstufung. Die Tendenz ging in Richtung Abstufung. Der größte Verlierer war die Energiebranche in den USA. Sie wurde gleich zweimal innerhalb eines Jahres herabgestuft. Gründe dafür waren hauptsächlich die drastischen Investitionskürzungen und die hohe Verschuldung von Unternehmen im Förder- und Produktionsbereich. Hier schlugen die niedrigeren Ölpreise durch. Global betrachtet ist der Metallsektorderzeit die riskanteste Branche. Metall stuft Coface in Emerging Asien und nun auch in Westeuropa in „sehr hohes“ Risiko ein

Zwei Verbesserungen betreffen Westeuropa. Hier wurden im Oktober 2015 sowohl Chemie als auch die Informations- und Kommunikationstechnologie in „mittleres“ Risiko heraufgestuft. Trotz dieser guten Nachricht ist die wirtschaftliche Erholung insgesamt noch zu schwach, als dass alle Brachen davon profitieren könnten. Westeuropa ist die am stärksten angeschlagene Region, in der Coface derzeit keine der untersuchten Branchen in „niedriges Risiko“ einstuft.

“2015 haben sich die Branchenrisiken im Vergleich zum Vorjahr weiter erhöht”, sagt Coface-Economist Paul Chollet. „Für ein Drittel der Branchen sehen wir jetzt ein hohes oder sehr hohes Risiko und dabei ist keine Region ausgenommen. Es kommt darauf an, die Risiken genau zu kontrollieren. Das ist unsere Kernaufgabe als Kreditversicherer. Mit unseren 50 Zentren, die auf die Beschaffung, Verarbeitung und Analyse von relevanten Informationen spezialisiert sind, sind wir so nah wie möglich an den Unternehmen.“

assessment

 

 

INFOGRAFICS : SECTOR RISKS - 4TH QUARTER 2015

 

 

 

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Verena SCHWARZ

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