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23.09.2015
Länder- und Branchenbewertungen

Coface aktualisiert Länderbewertungen

Coface aktualisiert Länderbewertungen

Das weltweite Wirtschaftswachstum erholt sich weiterhin, dennoch wird die Steigungsrate das vierte Jahr in Folge die Drei-Prozent-Marke nicht überschreiten. Positiver zeigt sich die Entwicklung in den Industrieländern. Die Wirtschaftsaktivität in den USA stieg dank der Konsumausgaben und Investitionen im zweiten Quartal deutlich an (prognostiziert werden 2,5 Prozent für 2015). Die Eurozone (1,5 Prozent) setzt den wirtschaftlichen Aufschwung weiter fort.

Coface prognostiziert den Schwellenländern ein Wachstum von 3,5 Prozent im Jahr 2015 sowie weitere 4,2 Prozent in 2016. Dennoch werden sie von den schwachen Rohstoffpreisen und den Kursverlusten gegenüber dem Dollar überschattet. In zahlreichen größeren Schwellenländern verlangsamte sich die Wirtschaftsaktivität, wie z. B. in China, der Türkei und in Südafrika, oder es kam sogar zu einer Rezession, wie in Russland und zuletzt in Brasilien. Der jüngst eingetretene Zusammenbruch des chinesischen Aktienmarktes und dessen Folgen für die Rohstoffpreise haben die Schwächen gesteigert. Coface kündigt an, dass das Länderrisiko in den Schwellenländern unter besonderer Beobachtung bleibt.

 

Große Schwellenländer belasten die kleinen aufstrebenden Märkte

Coface zeigt, dass die Verschlechterung der makroökonomischen Situation in den großen Schwellenländern einen Anstieg des Ausfallrisikos in zahlreichen kleineren Ländern nach sich zieht.

  • Coface hat Malaysien (A2) auf die negative Watchlist gesetzt. Das Land ist stark von der Auslandsnachfrage abhängig und leidet daher unter der Verlangsamung der chinesischen Wirtschaft, da China einer der wichtigsten Handelspartner ist. Auch das Herabsetzen der Rohstoffpreise hat negative Auswirkungen auf Malaysien. Ein weiteres Risiko stellt die hohe Verschuldung der privaten Haushalte und der öffentlichen Hand dar.
  • Die wirtschaftliche und finanzielle Abhängigkeit von Russland, die politische Instabilität sowie die verschlechterte öffentliche Finanzlage führten dazu, dass Armenien mit der Bewertung C auf die negative Watchlist gesetzt wurde.
  • Tunesien wurde im März 2015 von der positiven Watchlist (B) genommen und schlittert mit einer großen Wahrscheinlichkeit in eine Rezession. Vor allem in der Tourismusbranche ist diese Entwicklung auf den wirtschaftlichen Einbruch nach den Terroranschlägen zurückzuführen. Die Gefahr von weiteren Anschlägen und die zunehmenden sozialen Spannungen in den von der Wirtschaftskrise betroffenen Industrien verdrängten erstmals die positiven Folgen der politischen Reformen.

Lateinamerika: Abwertung von vier Ländern um eine Stufe

Coface prognostiziert eine Rezession in Lateinamerika im Jahr 2015 (-0,2 Prozent) und stuft vier Länder herab.

  • Brasilien wurde von Coface bereits im März auf die negative Watchlist gesetzt und nun auf B herabgestuft. Im Zusammenhang mit der zunehmenden politischen Instabilität befindet sich die Wirtschaft in der Rezession (-2,5 Prozent für 2015). Konsumausgaben der privaten Haushalte, die treibende Kraft für das Wachstum, sowie Investitionen sind vor allem infolge der Petrobras-Affäre gesunken.
  • Ecuador wurde auf C herabgestuft und befand sich davor seit März auf der negativen Watchlist. Das Land wurde vom Einbruch der Rohölpreise am zweitstärksten getroffen, da 40 Prozent der Umsätze und mehr als 50 Prozent der Exporte von der Ölindustrie abgedeckt werden. Die Folge ist eine negative Auswirkung auf die öffentlichen Ausgaben und Investitionen. Zudem sind die Aussichten für lokale Privatunternehmen aufgrund der Zollstreitigkeiten mit Kolumbien und Peru schlechter. Ebenfalls ist die Wirtschaft stark vom chinesischen Kapital abhängig. Darlehen werden durch die Vergabe von Bergbaukonzessionen sowie durch Öleinnahmen und der künftigen Stromerzeugung besichert.
  • Chile, dessen Bewertung auf A3 herabgestuft wurde, leidet unter dem anhaltenden Rückgang der Kupferpreise und der Konjunkturabschwächung Chinas (Hauptzielland für den Kupferexport). Korruptionsskandale ziehen eine Destabilisierung des Geschäftsumfelds nach sich.
  • Von der Rezession im Jahr 2012 erholt, genießt Trinidad und Tobago nun ein günstiges Geschäftsklima. Trotz der Bewertung A4 leidet das Land unter den negativen Auswirkungen der anhaltenden niedrigen Ölpreise. Ein anderes Problem stellt die Entwicklung der Gasversorgung und der Infrastruktur dar.

 

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Susanne KRÖNES

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