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17.04.2014
Länder- und Branchenbewertungen

Coface Insolvenz-Monitor Zentraleuropa: Mehr Insolvenzen aufgrund schwacher wirtschaftlicher Rahmenbedingungen

Coface Insolvenz-Monitor Zentraleuropa:  Mehr Insolvenzen aufgrund schwacher wirtschaftlicher Rahmenbedingungen

•    Das Rekordjahr 2012 wurde 2013 noch einmal getoppt: Die schwache Konjunktur der Eurozone und steuerliche Maßnahmen führten zu 5% mehr Insolvenzen
•    Top-Sektoren: IT, Bildung und Gesundheitswesen
•    Flop-Sektoren: Bauwesen, Groß- und Einzelhandel
•    Positiver Ausblick für 2014 und 2015: Wird sich die Insolvenzrate endgültig stabilisieren?
•    Österreich: Wirtschaftswachstum von +1,7% erwartet – Westeuropa-Rekord

 

Firmen in Zentraleuropa standen 2013 vor einem schwierigen Jahr: Die ohnehin schwache Wirtschaftslage verschlechterte sich und der Haushaltskonsum verringerte sich aufgrund steuerlicher Maßnahmen, die die steigenden staatlichen Haushaltsdefizite bekämpfen sollten. Der Zugang zu Krediten wurde im Einklang mit Rückgang bei Angebot und Nachfrage für neue Kredite weiter eingeschränkt. Aufgrund dieser Faktoren revidierten die Unternehmen ihre Absatzziele nach unten. Die Exporte, erwartete Haupttreiber für das BIP-Wachstum, sanken durch die wirtschaftliche Verlangsamung des Haupthandelspartners Eurozone.

 

Die wirtschaftliche Situation spiegelte sich in der hohen Zahl der insolventen Unternehmen wider: In fast allen Ländern der Region Zentraleuropa, außer Ungarn, stiegen 2013 die Insolvenzen um durchschnittlich +9% an. Für Bulgarien verlief das vergangene Jahr besonders schlecht mit einem Anstieg von +39% (insgesamt 834 Unternehmen). Das kann auf den Rückgang bei der Nachfrage, den schwierigen Zugang zu Krediten und die fehlenden Maßnahmen zur Ankurbelung der Geschäftsaktivitäten zurückgeführt werden. Lettland zeigt ein erfreuliches Bild mit einem Rückgang der Insolvenzen um -7%. Dieses positive Ergebnis spiegelt das BIP-Wachstum von prognostizierten +4,6% und der stetig wachsende private Konsum wider.

 

„Die Länder Zentraleuropas waren 2013 mit einem wirtschaftlich herausfordernden Umfeld für ihre Geschäftsaktivitäten konfrontiert: Rezession des Haupthandelspartners Eurozone und niedrige Haushaltsausgaben. Die Tschechische Republik ist mit ihrer starken Abhängigkeit von Exporten in die hochentwickelten EU-Länder ein sehr gutes Beispiel für das Dilemma: Das Land ist seit zwei Jahren in der Rezession und verzeichnet einen dramatischen Anstieg der Insolvenzen von +26% im Jahr 2012 und +32% im Jahr 2013“, erklärt Grzegorz Sielewicz, Ökonom Coface.

 

Grafik Insolvenzen Panorama 2013

 

Quelle: Coface

 

Bausektor leidet besonders stark unter den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

 Die verhaltene Nachfrage, der Rückgang der privaten Haushaltsnachfrage und die wachsende Konkurrenz haben einen direkten negativen Einfluss auf den Einzel- und Großhandelssektor. Getragen von einer niedrigen Inflation und dem – den Anzeichen nach – wiedererlangten Vertrauen der Verbraucher setzte in der zweiten Jahreshälfte 2013 eine langsame Erholung von der Flaute ein.

 

Der Bausektor bleibt ein Schwachpunkt der Region Zentraleuropa und die schon längerfristig schlechten Ergebnisse haben sich auch 2013 nicht verbessert. Das beeinflusste durch den „Dominoeffekt“ auch weitere, abhängige Sektoren: zum Beispiel Produzenten von Metallwaren, Maschinen und anderen Geräte für den Bausektor. Auch für die Zukunft können keine Verbesserungen erwartet werden. Der Zufluss von EU-Mitteln aus dem neuen Budget für den Zeitraum 2014-2020 wird die finanzielle Situation der Unternehmen frühestens Ende 2014 verbessern. Zusätzlich zögern Unternehmen noch, Anlageinvestitionen zu tätigen, da sie vom definitiven Ende der schwachen Konjunktur nicht überzeugt sind.

 

 
Insolvenzraten werden 2014 stark divergieren

Die Konjunkturaussichten zu Beginn des Jahres 2014 sind deutlich positiver als noch 2013. Coface erwartet, dass sich die durchschnittliche Wirtschaftswachstumsrate der Länder Zentraleuropas von +1,1% im Jahr 2013 auf +2% im Jahr 2014 fast verdoppeln wird. Die Baltischen Staaten Lettland (+4,2%) und Litauen (+3,4%) werden diese Verbesserungen vorantreiben. Auch in anderen Ländern Zentraleuropas wird sich das Wirtschaftswachstum verglichen mit 2013 steigern. Die Hauptgründe für die positive Entwicklung werden die wachsenden Exporte und der erhöhte private Konsum sein. Bei diesen positiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sollte es Unternehmen wieder leichter fallen, wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen und vermehrt Investitionen zu tätigen.

 

Auch in Westeuropa wird 2014 eine wirtschaftliche Erholung erwartet und ein verhaltenes Wirtschaftswachstum von +1% prognostiziert. Die beiden stabilen Länder – Österreich und Deutschland – können ein Rekordwachstum von je +1,7% erwarten. Die niedrigsten Arbeitslosenraten in der Europäischen Union, steigende Löhne, der dadurch wachsende Haushaltskonsum und die externe Nachfrage nach Produkten werden zu diesem Aufschwung beitragen.

 

Die Länder Zentraleuropas werden von der verbesserten Situation ihrer Haupthandelspartner profitieren. Es wird jedoch eine Zeit dauern, bis die ersten finanziellen Ergebnisse zu sehen sind. Während Polen und Lettland einen Rückgang der Insolvenzen bis zum Jahresende 2014 verzeichnen können, werden andere Länder einen Zuwachs der Konkursverfahren erleben. Die Tschechische Republik, Ungarn, Rumänien sowie Kroatien und Slowenien müssen für 2014 mit den höchsten Anstiegen an Insolvenzen rechnen.

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