News & Publikationen
20.04.2015
Länder- und Branchenbewertungen

Coface Branchenpanorama: Europäische Chemiebranche als große Gewinnerin

Picture representing oil exploitation

Der jüngste Fall der Ölpreise löste einen Dominoeffekt auf die weltweiten Unternehmenskreditrisiken aus. Coface hat unter den 14 analysierten Branchen den größten Gewinner und den größten Verlierer identifiziert. Für beide Sektoren wurde die Bewertung ab- bzw. aufgestuft.

 

Größter Verlierer: Nordamerikas Energiesektor ist vom Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage beeinflusst

Das Branchenrisiko hatte sich in Nordamerika Ende 2014 deutlich verbessert. Drei Sektoren – Textil- und Bekleidungsindustrie, Transport und Chemie – wurden mit einem „niedrigen Risiko“ eingestuft. Coface reagiert jetzt auf die fallenden Ölpreise und setzt den Energiesektor auf „mittleres Risiko“.

Die Ausgabe von Schieferöl und Rohöl steigt weiter an, während sich die Preise seit dem Sommer 2014 halbiert haben, was wiederum das überschüssige Angebot über die Nachfrage reflektiert. Das Öllager in Cushing, Oklahoma, das Größte in den Vereinigten Staaten, erreichte Ende März 2015 einen Sättigungsgrad von 77% seiner Kapazität. Die Förderkosten für nicht-konventionelles Erdöl bleiben hoch (im Durchschnitt zwischen $50 und $70 pro Barrel), während die Investitionen fallen und die Auftragnehmer der Ölindustrie treffen. Entlassungen und Fusionsübernahmen finden jetzt in der Erdölindustrie statt, um Synergien zu erzielen und Kosten zu senken.

 

"Nordamerika ist besonders stark vom Rückgang der Rohölpreise, die eine Durchführbarkeit zahlreicher Schieferöl Investitionsprojekte untergraben, betroffen. Der Anstieg des Risikos ist nicht einheitlich, je nachdem, ob das Unternehmen der Branche vor- oder nachgelagert ist.  Geographisch gesehen sind fast alle Regionen betroffen, da der Rohölpreis die Margen für Hersteller und Betreiber bestimmt. Die großen Unternehmen sehen ihre Rentabilität fallen, was sich wiederum auf ihre Beziehung zu Unterauftragsnehmern auswirkt, da sie ihre Investitionen aufgrund der sinkenden Renditen kürzen“, erklärt Guillaume Baqué, Coface Economist.

 

Größte Gewinner: Europäische Chemieindustrie erreicht seine Wettbewerbsstärke zurück

Wenn ein Sektor wirklich von den sinkenden Ölpreisen profitiert, dann ist es die Chemieindustrie in Europa. Die niedrigen Preise helfen der Branche die Lücke in der Wettbewerbsfähigkeit mit der amerikanischen Industrie zu reduzieren (mit „niedrigem Risiko“ bewertet) und die Margen wiederherzustellen. Die Abwertung des Euros begünstigt die europäischen Chemieexporte und liefert einen positiven Beitrag. Im Jahr 2014 verbesserte sich in Frankreich die Leistungsfähigkeit der Branche deutlich mit einem Umsatzanstieg von +1,9% bei den Exportmärkten und im Binnenmarkt. Coface hat diese positiven Indikatoren berücksichtigt und die europäische Chemieindustrie auf „mittleres Risiko“ aufgewertet.

Andere Sektoren profitieren ebenfalls von diesem anhaltenden Trend, ihre Risikobewertung wird jedoch nicht geändert. Dies ist insbesondere der Fall für den Seetransport, da die Produktionskosten sinken. Eine Aufwertung der Branche wäre verfrüht, weil die Verlangsamung der chinesischen Wirtschaft die Nachfrage dämpft. Die europäische Automobilindustrie, die sich laufend erholt, könnte ebenfalls einen Nutzen aus dem Trend ziehen. Die Belebung spiegelt sich in steigende Neuzulassungen über mehreren aufeinander folgenden Monaten wider.

 

 

 

 

Presseveröffentlichung herunterladen : Coface Branchenpanorama: Europäische Chemiebranche als große Gewinne... (58,63 kB)

Kontakt


Susanne KRÖNES

Pressekontakt
Marxergasse 4c
1030 Wien
AUSTRIA
Tel: +43 (0) 1 515 54 512
Email: susanne.kroenes@coface.com

Oben
  • Deutsch
  • English