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07.05.2012
Länder- und Branchenbewertungen

Coface: 2012 bringt steigendes Rezessionsrisiko für Eurozone

Coface: 2012 bringt steigendes Rezessionsrisiko für Eurozone

Internationaler Kreditversicherer präsentiert positive Geschäftsentwicklung in Österreich und CEE sowie Entwicklung von Länder-Risiken

Im Rahmen eines Pressegesprächs am Vortag der 10. Coface Country Risk Conference in Wien präsentierten heute Oliver Krupitza, Country Manager Coface Austria, und Christian Berger, Vorstandsmitglied Coface Austria & Central Europe, das Unternehmensergebnis 2011, ihren wirtschaftlichen Ausblick auf das laufende Jahr 2012 und die aktuelle Entwicklung der Länder-Risiken.

Positive Geschäftsentwicklung

Coface Austria schloss das Geschäftsjahr 2011 erfolgreich ab, wie die nun veröffentlichten Bilanzzahlen zeigen: In Österreich konnte der Umsatz im Vergleich zu 2010 um 4,1% auf 55,7 Millionen Euro gesteigert werden. Das Kerngeschäft Kreditversicherung stieg noch etwas stärker – um 4,6% im Vergleich zu 2010. Dazu Oliver Krupitza, seit Jänner 2012 Country Manager Coface Austria: „Unsere internationale Konzernstrategie, die Kreditversicherung als weltweites Kerngeschäft zu stärken, wirkt sich auch positiv auf unsere Geschäftsentwicklung aus.“ Die Schadenquote konnte neuerlich gesenkt werden und lag 2011 bei 55% – nach 67% im Jahr davor. Noch deutlicher fiel das Wachstum des Kreditversicherungsgeschäfts von Coface in der CEE-Region aus, wo im Vergleich zu 2010 ein Plus von 29% verzeichnet werden konnte. Die Schadenquote ist auch in dieser Region weiter gesunken – auf 59% nach 62% im Jahr 2010.

In der gesamten Coface Gruppe ist der Umsatz in den strategischen Geschäftsfeldern 2011 um 7,4% gewachsen. Auch die Kundenbindung konnte innerhalb des vergangenen Jahres von 86% auf 91% verbessert werden. Coface reagierte auf die wirtschaftlichen Unsicherheiten mit einem neuen, fein abgestimmten Risikomanagement, um die Geschäftsentwicklung der Versicherungsnehmer bestmöglich zu unterstützen. Dies zeigt sich anhand der höheren Gesamt-Exposure, die innerhalb eines Jahres um 15,6% und damit doppelt so stark wie die Prämien angestiegen ist. Die Nettoschadenquote stabilisierte sich 2011 bei 57% und liegt damit nahe an jener aus 2010 (57,2%).

Wirtschaftsklima: Südeuropa in der Krise

„Wir sehen für 2012 regional sehr unterschiedliche Entwicklungen. Die Schwellenländer wachsen weiter, die USA und auch Japan haben sich stabilisiert – doch der Eurozone droht eine Rezession“, erläuterte Christian Berger, Vorstandsmitglied von Coface Austria & Central Europa, die aktuellen konjunkturellen Rahmenbedingungen. Davon betroffen ist auch die heimische Wirtschaft: Coface prognostiziert Österreich für 2012 ein Wirtschaftswachstum von nur mehr 0,4% – nach 3,2% im Vorjahr. Österreich wird damit von der schwierigen Situation der Eurozone erfasst, für die ein Wirtschaftsrückgang von -0,3% vorausgesagt wird.

Hauptursache für die neuerliche Rezession in der Eurozone ist die Verschlechterung der Wirtschaftslage in Südeuropa, besonders in Italien, Spanien und Portugal. Die Wachstumsprognosen für Italien und Spanien für das Jahr 2012 wurden auf -1,5% bzw. -1,2% revidiert. Gleichzeitig stellte Coface eine deutliche Verschlechterung der Finanzlage portugiesischer Unternehmen fest: Die Rezession in Portugal wird sich 2012 voraussichtlich noch weiter verstärken (-4%). Insgesamt verzeichnete Coface 2011 eine Steigerung der Zahlungsausfälle in Südeuropa (inklusive Frankreich) in der Höhe von 47%. Weltweit sind die Zahlungsausfälle bei Unternehmen – vor allem, seit im 2. Quartal 2011 eine Trendwende im Konjunkturzyklus eintrat – um 27% gestiegen.

Das weltweite Wirtschaftswachstum 2012 sieht Coface bei 2,7% (2011: 3,1%). Dabei schreitet die Annäherung zwischen Schwellenländern und Industrienationen weiter voran. Während für die Industrienationen nur ein Wachstum von 1,1% (2011: 1,3%) vorhergesehen wird, prognostiziert Coface für die Schwellenländer in diesem Jahr einen durchschnittlichen Zuwachs von 5,0% – nach 5,7% im Jahr 2011.

USA stabiler

US-Präsident Obama kann sich darüber freuen, dass sowohl das Vertrauen in die Wirtschaft als auch der private Konsum in den USA wieder zulegen – trotz steigender Benzinpreise und stagnierenden verfügbaren Einkommen. Neben einer leichten Besserung der Lage auf dem Arbeitsmarkt kam es 2011 auch wieder zu einem Anstieg bei den Unternehmensinvestitionen. Coface prognostiziert für die USA im Jahr 2012 ein Wirtschaftswachstum von 2,0% (2011: 1,7%). Darüber hinaus verzeichnet der Kreditversicherer bei amerikanischen Unternehmen eine gute Zahlungsmoral, weshalb die A2-Bewertung der Vereinigten Staaten zuletzt auf die positive Watchlist gesetzt wurde.

 

Über die Methodik:

Die Coface Länderbewertungen zeigen das Ausfallsrisiko, also die Fähigkeit der Unternehmen eines Landes, Zahlungen rechtzeitig zu leisten. Sie werden auf Basis des wirtschaftlichen, finanziellen und politischen Umfelds sowie des Zahlungsverhaltens der Unternehmen vergeben. Die Ländereinstufung von Coface erfolgt in sieben Kategorien. A1 bis A4 entsprechen Investmentgrades und symbolisieren geringes Risiko und stabiles Zahlungsverhalten. B, C und D stehen für mittleres bis hohes Risiko unterhalb der Investmentgrades.

Presseveröffentlichung herunterladen : Coface: 2012 bringt steigendes Rezessionsrisiko für Eurozone (62,09 kB)

Kontakt


Susanne KRÖNES

Pressekontakt
Marxergasse 4c
1030 Wien
AUSTRIA
Tel: +43 (0) 1 515 54 512
Email: susanne.kroenes@coface.com

Siehe auch


Fotos vom Pressegespräch zum Download unter:

http://www.apa-fotoservice.at/galerie/2951

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