Angesichts steigender Insolvenzen und zunehmender Zahlungsverzögerungen kann das Forderungsmanagement nicht länger nach dem Blick in den Rückspiegel gesteuert werden. Durch die Kombination robuster Risikodaten mit einer agilen operativen Steuerung können Sie Frühwarnsignale in operative Entscheidungen umsetzen und so Ihren Cashflow verbessern.
Wirtschaftliche Unsicherheit: Wie Ihre offenen Forderungen zum Barometer werden
Wenn sich das wirtschaftliche Umfeld verschlechtert, ist das Risiko nicht mehr nur ein makroökonomisches Thema. Es wirkt sich direkt auf den operativen Alltag aus: auf offene Forderungen, Streitfälle, Zahlungsverzug und auf die Komplexität von Kreditentscheidungen. Der Effekt kann erheblich sein: Schon ein einzelner Zahlungsausfall kann den Cashflow ernsthaft belasten.
Das aktuelle wirtschaftliche Umfeld ist äußerst angespannt. Unternehmensinsolvenzen nehmen zu, Zahlungsziele werden verlängert und die Liquidität vieler Unternehmen ist durch mehrere Jahre aufeinanderfolgender Schocks geschwächt. Anders als in der Zeit nach Covid, als umfangreiche Hilfen und staatlich garantierte Kredite als Sicherheitspuffer dienten, müssen Unternehmen die aktuellen Turbulenzen nun mit deutlich geringeren Reserven bewältigen.
Frühindikatoren bestätigen den Trend:
- Einkaufspreise steigen schneller als Verkaufspreise,
- Margen geraten unter Druck,
- das Ausfallrisiko betrifft so unterschiedliche Branchen wie Bau, Agrar- und
- Ernährungswirtschaft sowie Automobilindustrie.
In diesem komplexen Umfeld ist ein fallweises Forderungsmanagement nicht mehr tragfähig. Es ist Zeit für vorausschauendes Handeln auf Basis verlässlicher und handlungsrelevanter Daten. Der dringende Bedarf ist klar: Forderungen müssen anders gesteuert werden.
Schwache Signale erkennen: Daten als Radar für das Risiko von Zahlungsausfällen
Zahlungsausfälle zu erkennen, bevor eine Situation unumkehrbar wird, bedeutet, Signale richtig zu deuten. Im Management kommerzieller Risiken ist es unrealistisch, alles zu überwachen. Besser ist es, Veränderungen gezielt zu erkennen, ohne die Zahl der Kontrollen zu erhöhen. Der richtige Ansatz besteht darin, ein klareres Bild der Kundenkonten zu gewinnen, indem aussagekräftigere Indikatoren aus mehreren Quellen genutzt werden, statt sich ausschließlich auf einen Finanzbericht zu stützen:
- Länder- und Branchenrisiken;
- Bonitätsindikatoren;
- Zahlungsverhalten.
Definieren Sie anschließend einige einfache Auslösepunkte:
- ein Rückgang des Credit Scores;
- eine Veränderung des Zahlungsverhaltens;
- offene Forderungen, die das festgelegte Limit überschreiten
- eine Häufung von Streitfällen;
- eine Verschlechterung des Länder- oder Branchenrisikos.
Ziel ist es, einen Trendbruch zu erkennen und nicht nur ein absolutes Niveau zu betrachten. Verknüpfen Sie mit jedem Signal eine entsprechende Reaktion: Überprüfung der Grenzwerte, Sicherstellung der Lieferungen, vorbeugende Erinnerung oder Übergang zu einer verstärkten Überwachung.
Beispiel: Ein bislang stabiler Kunde beginnt verspätet zu zahlen und sein Score verschlechtert sich. Statt bis zur nächsten Fälligkeit zu warten, passen Sie Ihre Strategie in Echtzeit an:
- Priorisierung von Mahnungen für unbezahlte Rechnungen;
- Auftragsfreigabe;
- Reduzierung des Exposures;
- Anforderung einer Anzahlung.
Urba360, die digitale Lösung von Coface Business Information, erstellt einen Score von 0 bis 10, der die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls innerhalb von 12 Monaten abbildet. Dieser Score ist besonders wirksam, um Risikobewertungen zu standardisieren und Geschäftspartner im Zeitverlauf zu vergleichen.
Neben öffentlichen Finanzdaten berücksichtigt der Coface Score einzigartige Informationen, die frühzeitig erhoben werden, darunter:
- noch nicht veröffentlichte Bilanzen,
- von Kreditversicherern gemeldete Zahlungsstörungen,
- Beteiligungsverflechtungen,
- Länder- und Branchenbewertungen für mehr als 200 Länder.
Dieser Score wird aktualisiert, sobald ein wesentlicher Faktor erkannt wird. Es handelt sich um dieselben Daten, die Coface als globaler Kreditversicherer für eigene Deckungsentscheidungen nutzt. Das ist ein Garant für aktuelle Informationen, die eine reine Bilanzanalyse allein nicht liefern kann.
Dort, wo andere Informationsanbieter aufhören, ergänzen wir die spezifische Ebene unseres Kerngeschäfts als Kreditversicherer. Unsere Ökonom:innen analysieren, Trends im Zahlungsverhalten sowie Zahlungsstörungen, die von unseren Versicherungsnehmern gemeldet werden. Wir bieten Zugang zu realen, aktuellen und handlungsrelevanten Informationen über 245 Millionen Unternehmen weltweit. Das sind Erkenntnisse, die deutlich präziser und wertvoller sind als einfache Bilanzanalysen.
Guillaume Callède, Director of Coface Business Information in France.
Von der Diagnose zur Umsetzung: Workflows und zentrale Kennzahlen
Eine gute Risikostrategie hängt davon ab, ob sie skalierbar ist. Gute Daten entfalten ihren Wert nur, wenn sie in den täglichen Arbeitsinstrumenten genutzt werden können. Genau darin liegt der Mehrwert der Kombination der Lösungen von Coface über Urba360 und My DSO Manager, einer Plattform für Cash- und Kundenrisikomanagement, die mit allen ERP-Systemen verbunden ist und elektronische Rechnungsstellung integriert. Aus jeder Kundenakte heraus hat der Credit Manager sofortigen Zugriff auf den Coface Score, die Kreditbewertung, das Zahlungsverhalten sowie Branchen- und Länderrisiken. Anpassbare Warnmeldungen werden automatisch ausgelöst, sobald sich ein Indikator verschlechtert. Das Portfolio lässt sich anhand kombinierter Kriterien filtern, etwa Forderungen über 120 Tage, Profil eines schlechten Zahlers oder hohes Länderrisiko. Identifizierte Kunden können mit einem Klick in ein passendes Mahnszenario überführt werden.
Indem Sie Ihre Risikoregeln in Workflows übersetzen, wechseln Sie von einer Einzelfallsteuerung zu einem konsistenten, nachvollziehbaren und schnellen Prozess. Bei den zentralen Leistungsindikatoren, den KPIs, sollten Sie auf ein entscheidungsorientiertes Dashboard setzen und nicht auf eine bloße Sammlung von Kennzahlen. Konzentrieren Sie sich daher auf das Wesentliche:
- Entwicklung des DSO, Days Sales Outstanding, also der durchschnittlichen Zahlungsdauer;
- gefährdete Forderungen in der Altersstrukturanalyse;
- überfällige Forderungen;
- Streitfälle.
In Echtzeit sind diese Indikatoren nicht mehr nur Berichte. Sie werden zu einem leistungsfähigen Steuerungsinstrument für alle Entscheidungen: wen anrufen, was absichern, wo handeln. KI-gestützte Automatisierung entlastet Ihre Teams von wiederkehrenden Aufgaben, damit sie sich auf Fälle mit echter Relevanz konzentrieren können. Nichts entgeht Ihrem Radar, denn von der Cashflow-Prognose bis zu Warnmeldungen bei Streitfällen fungiert die Plattform als echter Schutzmechanismus für Ihre Forderungen.
So können wir unsere Entscheidungen auf leistungsstarke zentrale Kennzahlen stützen und das Beste aus den Informationen beider Lösungen, My DSO und Urba, nutzen. Dadurch können wir handeln und verfügen über die umfassenden Daten, die ich für ein wirksames Forderungsmanagement benötige.
Margaux Bourgeat, Business Developer bei My DSO Manager.
Finance, Sales, Credit: Entscheidungen abstimmen, Cashflow beschleunigen
Kundenrisikomanagement ist naturgemäß funktionsübergreifend. Eine wirksame Absicherung gegen Zahlungsausfälle ist daher selten eine Aufgabe, die isoliert in einem einzelnen Bereich erledigt werden kann. Finanz- und Credit-Management-Teams benötigen den Vertrieb, um eine Situation richtig einzuordnen, etwa bei Streitfällen, Lieferungen oder Kundeneinschätzungen. Vertriebsteams wiederum brauchen einen gemeinsamen Rahmen, zum Beispiel für Limits, Ausnahmen und nächste Schritte.
Dennoch nutzen Credit Manager, Vertriebsmitarbeitende und Finanzteams häufig noch immer drei unterschiedliche Datenbestände für ihre Analysen. Diese Fragmentierung kann schwerwiegende Folgen haben, etwa eine zu späte Erkennung von Zahlungsverzug oder Entscheidungen auf unzureichender Informationsbasis.
Die Kombination der Lösungen von Coface und My DSO Manager zentralisiert Informationen und erleichtert die Abstimmung: gemeinsame Warnmeldungen, interaktive interne E-Mails und konsolidierte Berichte. Die richtige Person erhält zur richtigen Zeit die richtigen Informationen, um zu handeln, bevor aus einer Verzögerung ein Zahlungsausfall wird.
Bis 2026 wird die Reife von Order-to-Cash-Prozessen ein entscheidender Resilienzfaktor sein. Unternehmen, die sich richtig aufstellen, verschaffen sich einen klaren Vorsprung gegenüber jenen, die weiterhin nur auf Ereignisse reagieren.
Stärken auch Sie Ihre Risikostrategie mit den Lösungen von Coface und My DSO Manager:
- Sehen Sie sich das vollständige Webinar Anticipating risks in an uncertain world an, um die Tools von Coface und My DSO Manager in der Praxis kennenzulernen und zu verstehen, wie sie eingesetzt werden können.
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