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18.10.2019
Länder- und Branchenbewertungen

Insolvenzen in Zentral- und Osteuropa noch stabil

Insolvenzen in Zentral- und Osteuropa noch stabil

Die Region Zentral- und Osteuropa (CEE) verzeichnete in den letzten Jahren ein starkes Wirtschaftswachstum. Für die kommenden Jahre erwartet Coface jedoch eine Verlangsamung.

 

Das dürfte sich auch auf die Unternehmensinsolvenzen auswirken. Deren Entwicklung ist trotz des zunehmend schwierigen weltwirtschaftlichen Umfelds noch positiv. Die Insolvenzen in der MOE-Region sanken nach Angaben des internationalen Kreditversicherers 2018 um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

 

2017 und 2018 wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Region auf 4,6 Prozent und 4,3 Prozent. Das waren die höchsten Raten seit 2008. Diese Beschleunigung der Wirtschaft ist vor allem auf die gestiegene Inlandsnachfrage zurückzuführen, insbesondere auf den deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Davon profitierten die privaten Haushalte. Gleichzeitig wirkte sich auch der starke Lohnanstieg direkt auf den Konsum aus. Daneben stützten öffentliche und private Investitionen das Wachstum.

 

Die günstigen makroökonomischen Rahmenbedingungen hatten Auswirkungen auf die Zahlungsfähigkeit von Unternehmen in der CEE-Region. So gingen die Unternehmensinsolvenzen in zehn von Coface untersuchten Ländern zurück, am stärksten in der Ukraine (35 Prozent), Litauen (30 Prozent) sowie Tschechien, Slowenien und Estland mit jeweils knapp über 20 Prozent. Mehr Insolvenzen mussten nur vier Länder verbuchen. Während in Serbien der Anstieg um 5 Prozent noch moderat ausfiel, hatten Polen (10 Prozent) und Bulgarien (15,8 Prozent), vor allem aber Kroatien (42 Prozent) deutlich mehr Fälle zu verkraften. Die Insolvenzrate, die Insolvenzen im Verhältnis zur Zahl aller aktiven Unternehmen ist in der CEE-Region mit 0,5 Prozent recht niedrig. Ausreißer nach oben in dieser Statistik sind Serbien (5 Prozent) und Ungarn (2,8 Prozent).

 

Trotz der alles in allem positiven wirtschaftlichen Entwicklung hatten auch die MOE-Unternehmen Schwierigkeiten. Die niedrige Arbeitslosenquote hat zu einem Arbeitskräftemangel geführt, der für die Unternehmen sowohl bei ihrer täglichen Arbeit als auch bei ihrer möglichen Expansion zum Haupthindernis geworden ist. Hohe Kapazitätsauslastung, steigende Produktionskosten und direkte und indirekte Auswirkungen der externen Verlangsamung sind für die in der Region tätigen Unternehmen ebenfalls von Bedeutung. Nach Einschätzung von Coface wird der private Konsum weiter der wichtigste Wachstumstreiber bleiben, wenngleich die begrenzte Beschleunigung der Investitionen in Anlagevermögen und die geringeren Exporte das BIP-Wachstum dämpfen werden.

 

„Darüber hinaus geben die wirtschaftliche Verlangsamung in der Eurozone, die Eskalation des Handelskrieges zwischen den USA und China und der unklare Prozess des Rückzugs des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union den Exporteuren Anlass zur Sorge“, sagt Grzegorz Sielewicz, Coface-Economist für Zentral- und Osteuropa. „Das durchschnittliche Wachstum in CEE wird 2019 voraussichtlich 3,6 Prozent und 3,2 Prozent im nächsten Jahr erreichen.“

 

 

 

 

 

 

 

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