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27.05.2021
Länder- und Branchenbewertungen

Coface Länder- und Branchenbewertung: Aufwertung für führende Impfnationen

Coface Länder- und Branchenbewertung: Aufwertung für führende Impfnationen

In seiner vierteljährlichen Länder- und Branchenbewertung verbessert der Kreditversicherer Coface seine Einschätzung für insgesamt fünf Länder, darunter führende Impfnationen wie Israel, Chile und UK. Die Prognose für das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird für das laufende Jahr von 4,5 Prozent auf 5,1 Prozent korrigiert. Die Konjunkturprognosen für viele europäische Volkswirtschaften werden hingegen nach unten revidiert. „Auch wenn eine gewisse Unsicherheit bleibt, ist die österreichische Wirtschaft branchenübergreifend stabil. Als einziges Land in Westeuropa hat Österreich keine Branche mit ‚sehr hohem Risiko‘ “, erläutert Dagmar Koch, Country Managerin von Coface Österreich.

 

Für Österreich prognostiziert Coface einen BIP-Anstieg von 3,1 Prozent zum Vorjahr.  „Diese Prognose bleibt unverändert. Wir sind von einer vorsichtigen Konjunkturbelebung im Jahr 2021 ausgegangen“, erläutert Koch.  Die Länderrisikoeinschätzung von Österreich bleibt auch zum Ende des ersten Quartals 2021 bei A2. Die Länderrisikoeinschätzung spiegelt die Wahrscheinlichkeit von erhöhten Zahlungsausfällen in einem Land in den nächsten sechs Monaten wider. Die Skala geht von A1 mit einer sehr geringen Ausfallwahrscheinlichkeit, über A2, A3 und A4 bis hin zu B, C, D und E. Österreich hält die Note A2 seit dem Sommer 2019, welche ein „niedrige“ Wahrscheinlichkeit für Zahlungsausfälle prognostiziert. Dieses Rating wird vergeben, wenn die Zahlungsbedingungen sowie das politische Umfeld stabil sind und der makroökonomische Ausblick gut ist, aber gewisse Unsicherheiten vorliegen. In den letzten 20 Jahren hat die Länderrisikoeinschätzung Österreichs immer wieder zwischen A2 und A1 geschwankt.

 

Für insgesamt fünf Nationen hat Coface seine Länderrisikoeinschätzung heraufgestuft. Israel konnte sich von A3 auf A2 verbessern, obwohl die jüngsten Wahlen den politischen Patt rund um die Ministerpräsidentschaft Benjamin Netanjahus nicht lösen konnten. In erster Linie tragen die deutlichen Fortschritte der Impfkampagne zur Aufwertung bei. Weit über die Hälfte der Bevölkerung ist bereits vollständig geimpft. „Ein erneuter Lockdown wird dadurch immer unwahrscheinlicher. Das gibt der israelischen Wirtschaft eine positive Perspektive. Darüber hinaus kommen die wichtigsten Exportmärkte USA, UK und China ebenfalls gut voran bei der Eindämmung der Corona-Pandemie“, sagt Koch.

 

Die Bewertung der Vereinigten Arabischen Emirate, hier sind 40 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, steigt von A4 auf A3. Gleiches gilt für Chile, das auch zu den zehn Ländern mit der höchsten Impfquote zählt. Ebenfalls auf A3 verbessert sich das Länderrisiko des Vereinigten Königreichs. „Neben der starken Impfkampagne spielt hier vor allem das neue Handelsabkommen mit der Europäischen Union eine wichtige Rolle, welches nach Jahren der Unsicherheit endlich Planungssicherheit bietet“, erläutert die Coface-Managerin. Heraufgestuft wird auch Guatemala, von Risikoklasse D auf C.

 

Aufwärtstrend

„Einen ersten Aufwärtstrend kann man darin ablesen, dass insgesamt 35 Branchen aus 20 Ländern aufwärtsrevidiert wurden. Von dieser erfreulichen Entwicklung sind auch die Haupt-Exportpartner Österreichs betroffen“, betont die Coface-Managerin. Branchenspezifisch wurde vor allem die Pharmabranche vielerorts aufgewertet. Sie steht in Westeuropa auf „Niedriges Risiko“.

 

 

Globale BIP-Prognose auf 5,1 Prozent korrigiert

Die globalen Konjunkturaussichten fallen für das Jahr 2021 weiterhin positiv aus. Coface hat die Prognose für das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das Jahr 2021 von 4,5 Prozent auf 5,1 Prozent korrigiert. Dies ist in erster Linie einer besseren Entwicklung der wirtschaftlichen Aktivität in vielen Schwellenländern zum Ende des Jahres 2020 geschuldet. Da die zweite Pandemiewelle deutlich größere und längere Ausmaße angenommen hat, als dies vorab angenommen wurde, starteten viele große Volkswirtschaften in Europa mit einem negativen BIP-Wachstum ins Jahr 2021. Das drückt die Konjunkturprognosen für Frankreich (BIP-Wachstum für 2021 von zuvor 7,1 Prozent auf 5,4 Prozent revidiert), Spanien (von 6,4 Prozent auf 6,1 Prozent) und Italien (von 5,1 Prozent auf 4,2 Prozent) ebenso wie für das Vereinigte Königreich (von 5,9 Prozent auf 4,0 Prozent). Für Deutschland, das in Risikoklasse A3 verbleibt, prognostiziert Coface einen BIP-Anstieg um nahezu unverändert 3,6 Prozent zum Vorjahr. Hier ging man bereits zum Jahreswechsel von einer vorsichtigen Konjunkturbelebung 2021 aus.

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