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16.07.2019
Länder- und Branchenbewertungen

Coface-Index für politische Risiken: Temperatur auf dem afrikanischen Kontinent steigt

Temperatur auf dem afrikanischen Kontinent steigt

Mit zahlreichen Konflikten, Terrorismus, sozialen und politischen Spannungen bleibt Afrika instabil. Für die nahe Zukunft sind auch keine Anzeichen erkennbar, dass sich die fragile Situation ändert.

 

Die Länder des afrikanischen Kontinents wurden in den letzten Jahrzehnten regelmäßig von Konflikten unterschiedlicher Intensität und Art heimgesucht. Dadurch litten sie unter einem Rückgang der Investitions- und Handelsströme, was die Entwicklung einiger Länder des Kontinents verzögerte. In ihrem jüngsten Panorama zu politischen Risiken betrachtet Coface den afrikanischen Kontinent und beleuchtet nicht nur die neuesten Konflikte, sondern auch die Risiken der Instabilität, die die wirtschaftliche Entwicklung der Region beeinflussen.

Zunehmende Konflikte

Die Coface-Indikatoren für politische Gewalt bestätigen ein Wiederaufleben gewalttätiger Ereignisse im Vergleich zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Im Jahr 2018 gab es auf dem gesamten Kontinent fast doppelt so viele Konflikte wie zehn Jahre zuvor. Dazu zählen Konflikte im Zusammenhang mit islamistischen Gruppen in der Sahelzone und solche politischer Herkunft, die manchmal mit ethnischen, religiösen oder auch sprachlichen Aspekten verknüpft sind.
Die Zahl der Opfer hat sich ebenfalls verdoppelt. Sie übersteigt zum dritten Mal in 30 Jahren 70.000 Todesfälle pro Jahr. Zuvor war das nach den Jahren 1990-1991 auf dem Höhepunkt des Golfkrieges und 1999-2000, geprägt durch den Bruderkrieg zwischen Äthiopien und Eritrea, der Fall. Gleichzeitig breitet sich der Terrorismus als eine weitere Form der politischen Gewalt aus, insbesondere in Gebieten, die bereits von Konflikten betroffen sind.

Welche Länder sind in den kommenden Monaten Instabilität ausgesetzt?

Nach dem algerischen und dem sudanesischen „Frühling“ scheint es, dass Mobilisierungsbewegungen in Afrika südlich der Sahara entstehen könnten. Während sich die demokratische Praxis, zumindest was Wahlen betrifft, seit Anfang der 90er Jahre auf dem afrikanischen Kontinent verbreitet hat, zeigen einige aktuelle Beispiele, angefangen mit der Demokratischen Republik Kongo, dem Sudan und Algerien, dass dies nicht unbedingt von einem soliden politischen und institutionellen Rahmen begleitet wird.
Wie die Ereignisse im Jahr 2011 in Nordafrika und im Nahen Osten zeigen, spielen die Mobilisierungsinstrumente, besonders der Internetzugang, eine Rolle. Die Verärgerung der Bevölkerung, die durch den sozioökonomischen Druck angeheizt wird, insbesondere Arbeitslosigkeit und Armut, setzt einige Länder dem Risiko einer zukünftigen Instabilität aus. Ohne notwendigerweise zu großen Konflikten, wie in Libyen, oder gar zu einem Regimewechsel zu führen, kann ein fragiler sozioökonomischer Kontext langfristig zu Unruhen führen, die zumindest Unsicherheit im politischen Umfeld erzeugen können.

Der Coface-Index zur politischen und sozialen Fragilität zeigt, dass zehn Länder von politischen Unruhen erschüttert werden könnten oder weiterhin erschüttert werden: Angola, Kamerun, Tschad, Dschibuti, Ägypten, Äthiopien, Mauretanien, Mosambik, Uganda und die Demokratische Republik Kongo. Die Zunahme der Kommunikationsmöglichkeiten ist einer der Faktoren für das erhöhte Risiko, das längerfristig eine potenzielle Quelle der Destabilisierung auch in anderen Ländern sein könnte.

 

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