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18.11.2019
Länder- und Branchenbewertungen

CEE Top 500: Positive Stimmung und zunehmend schwieriges weltwirtschaftliches Umfeld

Coface CEE Top 500 - 2019 Edition - Stars

CEE-Länder mit außergewöhnlichem Wachstum in der EU. Verlangsamung der Wirtschaft absehbar

 

Die Wirtschaft hat sich in den letzten Jahren in Zentral- und Osteuropa verbessert. 2017 und 2018 stieg das BIP-Wachstum in der Region auf 4,6 Prozent bzw. 4,3 Prozent – dies sind die höchsten Werte seit 2008. „Diese Beschleunigung der Wirtschaft ist vor allem auf die gestiegene Inlandsnachfrage zurückzuführen, insbesondere auf den deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit, von der die Haushalte profitierten. Gleichzeitig wirkte sich auch der starke Lohnanstieg direkt auf den Konsum aus. Neben dem privaten Konsum wurde das Wachstum durch einen Anstieg der öffentlichen und privaten Investitionen gestützt“, erläutert Declan Daly, CEO Coface Central and Eastern Europe.

 

Die günstigen makroökonomischen Rahmenbedingungen hatten Auswirkungen auf die Zahlungsfähigkeit von Unternehmen in der CEE-Region. Die Insolvenzen sanken 2018 um 4,2 Prozent, im Gegensatz zu einer Zunahme der Verfahren, die im Vorjahr verzeichnet wurden.

 

Verschlechterung der Rahmenbedingungen in Europa: Auswirkungen auf Insolvenzen

 

Trotz dieser positiven Entwicklung hatten auch die CEE-Unternehmen vermehrt Schwierigkeiten. „Die niedrige Arbeitslosenquote hat zu einem Arbeitskräftemangel geführt, der für die Unternehmen sowohl bei ihrer täglichen Arbeit als auch bei ihrer möglichen Expansion zum Haupthindernis wurde“, so Grzegorz Sielewicz, Regional Economist Central and Eastern Europe. Angebotsengpässe – einschließlich Arbeitskräftemangel, hohe Kapazitätsauslastung, steigende Produktionskosten und direkte und indirekte Auswirkungen der externen Verlangsamung – sind für die Unternehmen von Bedeutung. Der private Konsum dürfte weiter der wichtigste Wachstumstreiber bleiben, wenngleich die begrenzte Beschleunigung der Investitionen in Anlagevermögen und die geringeren Exporte das BIP-Wachstum dämpfen werden.

 

Darüber hinaus geben die wirtschaftliche Verlangsamung in der Eurozone, die Eskalation des Handelskrieges zwischen den USA und China und der unklare Prozess des Rückzugs der Briten aus der EU den Exporteuren Anlass zur Sorge, da sie potenzielle, nicht absehbare Auswirkungen auf ihre Unternehmen und Volkswirtschaften haben. Tatsächlich wird die erwartete Verlangsamung des Wachstums in Zentral- und Osteuropa vor allem auf die direkten und indirekten Auswirkungen einer Verlangsamung der Auslandsnachfrage zurückzuführen sein. Das durchschnittliche Wachstum in den CEE-Ländern wird 2019 voraussichtlich 3,6 Prozent und 3,2 Prozent im nächsten Jahr erreichen.

 

Österreich ist traditionell sehr eng mit den CEE-Ländern verbunden. 12 Prozent der österreichischen Exporte gehen nach Zentral- und Osteuropa. Der Import belief sich auf 10 Prozent. „Österreich bleibt einer der bedeutendsten Investoren in CEE. Ihr Anteil in der CEE-Region betrug im vergangenen Jahr 24,5 Prozent und war für österreichische Investoren profitabel“, erläutert Michael Tawrowsky, Country Manager Coface Österreich. Die österreichischen CEE-Investoren erzielten fast 30 Prozent der gesamten österreichischen FDI-Einnahmen.

 

Österreich ist nach den Niederlanden und Deutschland der drittgrößte Investor in der CEE-Region. In Slowenien und Kroatien nimmt Österreich die Spitzenpositionen ein. In Bulgarien und der Slowakei ist es am zweiten Platz und in Ungarn und Rumänien auf dem dritten Platz. Im Westbalkan ist Österreich mit 13 Prozent der Aktien nach den Niederlanden der zweitwichtigste Investor.

 

Arbeitskräftemangel hat Auswirkungen auf Österreich

„CEE-Mitarbeiter leisten einen hohen Beitrag zur österreichischen Wirtschaft. Sie machen mehr als 8 Prozent der Gesamtzahl der Mitarbeiter aus, wobei die höchsten Anteile von ungarischen, rumänischen, polnischen und slowakischen Mitarbeitern verzeichnet werden“, so Tawrowsky. Obwohl die höheren Löhne in Österreich die Arbeitskräfte in CEE anziehen, gilt der aktuelle Arbeitskräftemangel in der Region auch für Österreich. Ende des zweiten Quartals 2019 lag Österreich bei den EU-Ländern mit den höchsten Stellenangeboten (neben Tschechien und Belgien) auf dem dritten Platz.

 

Österreichs Handelspartner unverändert

Die wichtigsten Handelspartner Österreichs bleiben gegenüber den Vorjahren nahezu unverändert. Deutschland liegt mit einem Anteil von 30,2 Prozent zum Ende des vergangenen Jahres an der Spitze der wichtigsten Exportmärkte. Darüber hinaus sind die Vereinigten Staaten, Italien, die Schweiz, Frankreich, Großbritannien sowie die CEE-Länder wie Tschechien, Ungarn und Polen wichtige Exportmärkte. Maschinen, Fahrzeuge, verarbeitete Waren und Chemikalien sind die wichtigsten Exportwaren aus Österreich.

 „Wir erwarten keinen tiefen Rückgang wichtiger Handelspartner. Die Exportdynamik wird schwächer, ist aber immer noch positiv“, gibt Tawrowsky einen Ausblick.

 

Da die Volkswirtschaften in Zentral- und Osteuropa meist sehr offen für externe Märkte sind, wird sich die schwächere Auslandsnachfrage nicht nur in den Wachstumsraten, sondern auch schrittweise über die Insolvenzstatistik manifestieren. In diesem Zusammenhang werden Branchen leiden, die stark von ausländischen Märkten abhängig sind, wie die Automobilindustrie und die Zulieferer von Teilen und Komponenten, nämlich die Chemie- und Metallindustrie.

 

 

 

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