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20.09.2018
Länder- und Branchenbewertungen

Politische Risiken in Asien steigen

Politische Risiken in Asien steigen

Die politischen Risiken in Asien steigen. Das zeigt der aktuelle Political Risk Indexvon Coface. Asien liegt mit einem Wert von 45 Prozent über dem weltweiten Durchschnitt von 35 Prozent, ist aber dennoch vor Afrika südlich der Sahara, dem Nahen Osten und Nordafrika und Lateinamerika. „Politische Risiken und Wirtschaftswachstum stehen in einer Wechselwirkung. Sie können die Zukunftsaussichten trüben. Daher müssen wir diese Entwicklung aufmerksam beobachten und die möglichen Konsequenzen berücksichtigen“, schlussfolgert Michael Tawrowsky, Country Manager von Coface in Österreich aus den aktuellen Zahlen.

Innerhalb der gesamten Region weist Südasien die größte Gefahr für politische Risiken auf.  Die Staaten Südostasiens folgen. Ostasien verzeichnete dagegen die größte Beschleunigung der politischen Risiken in den letzten zehn Jahren. „Insbesondere in China ist das Gesamtniveau zwischen 2007 und 2017 um 7,2 Prozentpunkte angestiegen. Dies führen wir zu einem Großteil auf den sozialen Fragilitätsindex des Landes zurück“, erläutert Tawrowsky. „Der Soziale Druck ist in Verbindung mit einer Einkommens-Schere und Korruption in Süd- und Südostasien trotz ihrer lebhaften Wirtschaftstätigkeit am höchsten“, betont der Experte.

 

Auswirkungen von Konflikten und Terroranschlägen

Konflikte und Terroranschläge werden im Coface-Risikomodell ebenso berücksichtigt. Süd- und Südostasien weisen aufgrund ihrer ethnischen, religiösen und linguistischen Fragmentierung ein hohes Sicherheitsrisiko auf. Dies führt zu Spannungen zwischen den verschiedenen Gruppen in Ländern wie Indien, Pakistan, Myanmar und den Philippinen.

 

Wechselwirkung Politik und Wirtschaft

Wirtschaftswachstum und politische Risiken sind eng miteinander verbunden. Einerseits führen schlechtere wirtschaftliche Bedingungen oft zu höheren politischen Risiken. Andererseits wirkt sich das erhöhte politische Risiko maßgeblich auf die wirtschaftliche Aktivität aus“, betont Tawrowsky. Zum einen können Abflüsse aus einer Wirtschaft zu sinkenden Aktienmärkten und steigenden Anleiherenditen führen. Dies verursacht eine Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen. Zum anderen bedeuten höhere Kosten einen Rückgang des Vertrauens der Unternehmen und der Haushalte. Dies führt zu Verzögerungen oder Stornierungen bei Investitions- und Ausgabenentscheidungen.

 

Trüber Ausblick?

Diese Risiken könnten den Ausblick für einige asiatische Volkswirtschaften trüben. Es scheint, dass ein Großteil der Entwicklung der politischen Risiken in der Region in den letzten Jahren mit steigenden politischen Anfälligkeiten zusammenhängt, die durch eine Zunahme weniger demokratischer Regierungsformen verstärkt wird.

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