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12.05.2016
Länder- und Branchenbewertungen

Weltweites Überangebot bei Stahl: Risiken auf Rekordhoch

Weltweites Überangebot bei Stahl: Risiken auf Rekordhoch
  • Nach einer langen Phase steigender Nachfrage, getrieben aus China in den 2000er Jahren, leidet die Branche nun unter dem schwachen Wachstum der Weltwirtschaft
  • Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage durch Überkapazitäten und chinesischen Export
  • Februar 2016: Chinesische Regierung kündigt erstmals Drosselung der Produktion um 40 Millionen Tonnen an
  • Kreditrisiken für Stahlunternehmen steigen
  • Markt dürfte nicht vor 2018 zur Ruhe kommen

 

Höhepunkt beim kreditrisiko

 

2014 bestritt China 45 Prozent der weltweiten Stahlproduktion. Jetzt lässt der „Appetit“ nach. Die Produktion ging 2014 um 3,3 Prozent zurück, der Verbrauch 2015 um 5 Prozent. Dabei stieg die Produktionskapazität weiter und heizte das globale Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage weiter an. Während die weltweite Produktion nachlässt (-3,1 Prozent Ende Februar 2016) und ein Drittel der Stahlöfen stillstehen, ist das Angebot noch immer viel zu hoch. Das wirkte stark auf die Preise, die deutlich nachgaben. China drückt seine Übermengen (2015 mengenmäßig 20 Prozent) in den Export, was besonders Stahlproduktionsstrukturen in Europa, den USA und in den Emerging Markets durcheinander bringt.

Grafik Nachfrage nach Stahl

Chinas Wirtschaft durchläuft strukturelle Veränderungen. Der Produktionssektor gibt nach, die Dienstleistungen gewinnen an Gewicht im Wachstumsmodell Die inländische Nachfrage nach Stahl hat ihren Höhepunkt erreicht und wird weiter nachgeben.

 

Coface konstatiert einen stetigen Anstieg des Kreditrisikos in der Metallproduktion weltweit. Der Sektor ist der riskanteste unter den 12 von Coface untersuchten Branchen. Die Risikobewertung steht jetzt bei „sehr hoch“ für Lateinamerika, Emerging Asien, den Nahen Osten und Westeuropa sowie bei “hoch” für Osteuropa und Nordamerika.

Die Branche ist eine der unprofitabelsten überhaupt und nimmt unter 94 Branchen Platz 90 ein. Zugleich hat sie die höchste Verschuldung. Die Preisaggressivität Chinas vor allem bei einfachem Stahl schwächt die konkurrierenden Produzenten weltweit. Die Überkapazitäten schlagen auch auf die Kreditrisiken in China durch, die Verschuldung der Unternehmen steigt signifikant.

 

Ausblick: Rückkehr zur normalität in 2018?

Angebot und Nachfrage könnten sich 2018 wieder annähern. Die ersten Produktionseinschränkungen in China wirken sich dann allmählich aus. Und die drei Branchen mit dem höchsten Stahlbedarf haben mittelfristig weiter die besten Aussichten:

 

  • Die Automobilbranche hat großes Wachstumspotential in den Emerging Countries. In Indien beispielsweise kommen auf 1000 Einwohner 100 Autos. Zum Vergleich: In den USA sind es 808.
  • Der Maschinenbau profitiert ebenfalls von mehreren Wachstumsfaktoren, sowohl in den aufstrebenden als auch in den Industrieländern.
  • Die Baubranche sollte sich wieder erholen, nicht zuletzt aufgrund der fortschreitenden Verstädterung in den Emerging Countries.

 

Infografics : STEEL FACED WITH GLOBAL OVERCApaCITY

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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