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23.12.2016
Länder- und Branchenbewertungen

Landwirtschaft und Bergbau in Südafrika in der Krise

South Africa’s economy challenged by crises in agriculture and mining, amid fears of an investment downgrade
  • Seit dem Höhepunkt 2011 lässt Südafrikas Wirtschaftswachstum stetig nach
  • Finanzwesen und Einzelhandel robust, aber Binnennachfrage leidet unter anhaltender Krise in der Landwirtschaft und im Bergbau
  • Steigende Risiken in wichtigen Branchen wie Automobil und Landwirtschaft/ Nahrungsmittel könnten sich auf Makroebene auswirken
  • Positiver Faktor: Südafrikas Wirtschaft ist gut diversifiziert
  • Zweitgrößte Volkswirtschaft in Afrika und führend im produzierenden Gewerbe

Keine Anzeichen für nachhaltige Erholung

Die Sorgen um die Wirtschaft Südafrikas nehmen angesichts der seit 2011 anhaltenden Verlangsamung des Wachstums zu. Trotz einer leichten Erholung in 2016 blieb das Wachstum insgesamt schwach. Coface erwartet für 2017 nur einen geringen Zuwachs um 0,8 Prozent, nachdem das BIP 2016 hauptsächlich aufgrund der Probleme in der Landwirtschaft wegen schlimmer Dürren stagnierte. Der private Verbrauch, der 60 Prozent des BIP ausmacht, dürfte wegen der weiter begrenzten Kaufkraft verhalten bleiben.

Dennoch ist der Konsumanteil an der Wirtschaftsleistung bedeutend. Die Regierung versucht, die Staatsausgaben zu senken, was sich besonders in einer Phase langsamen Wachstums dämpfend auf die Investitionen auswirkt. Auch ein weiteres Problem der Wirtschaft, die unzureichenden Kapitalinvestitionen, wird wohl in den nächsten Jahren anhalten.

Potentielle Investoren sind besorgt angesichts der politischen Verwerfungen, die besonders wegen der bestrittenen Legitimität von Präsident Zuma zunehmen. Dieses Umfeld nährt die Befürchtung, dass Südafrikas Staatsbonität herabgestuft werden könnte, und bremst die Investitionsbereitschaft. Dabei sollte nicht verkannt werden, dass Südafrika weiter eine regional führende Industrienation mit einem starken produzierenden Gewerbe ist. Die Branche bleibt trotz der schwierigen globalen und inländischen Bedingungen in Verbindung mit volatilen Wechselkursen ein Schlüsselsektor – wie auch Automobil, Chemie, Informations- und Kommunikationstechnik, Elektronik, Textil und Bekleidung.

Branchenrisiken für Landwirtschaft/ Nahrungsmittel und Automobil steigen

Wie erwartet bereiten die Branchen Landwirtschaft/ Nahrungsmittel und Automobil derzeit die größten Sorgen. Die landwirtschaftliche Produktion von Lebensmitteln ist in Südafrika weit entwickelt und erfährt von der Regierung höchste Priorität im Rahmen ihres Programms „Neuer Wachstumspfad“. Die Branche, in der rund 30 Prozent aller Erwerbstätigen arbeiten, zählt zu den größten produzierenden Sektoren, deckt weitgehend stabil die Nachfrage, sieht sich aber einigen Problemen gegenüber. Dazu zählen der schlechte makroökonomische Ausblick und Unsicherheiten mit Blick auf die Wirtschaftspolitik. Beides dämpft die Zuversicht sowohl der Verbraucher als auch der Unternehmen. Aus diesen Gründen stuft Coface das Branchenrisiko auf der Bewertungsskala in „sehr hoch“ ein. Weitere Probleme für den Agrofood-Bereich sieht Coface in den voraussichtlich weiter sinkenden Investitionen, der unzureichenden Infrastruktur auf dem Land und der Schwäche der Währung gegenüber dem US-Dollar.

Für die Automobilbranche zeichnen sich ebenfalls steigende Risiken ab. Positiven Faktoren – robuste Exporte, gute geografische Lage, starke Präsenz internationaler Hersteller auf dem Inlandsmarkt – stehen der insgesamt schwache Ausblick für die Wirtschaft, die hohe Inflation und steigende Zinsen gegenüber. Diese negativen Faktoren drücken auf die Kaufkraft und den Inlandsabsatz. Die Verkaufszahlen für Autos sind zudem gefährdet durch die Sorgen um die Stabilität des Arbeitsmarktes und die ständige Streikgefahr. Die Schwäche des Rand erhöht die Produktionskosten, was die Hersteller auf die Automobilpreise aufschlagen könnten.

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