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26.09.2016
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Insolvenzreport Polen: Weniger Pleiten, Wirtschaft wächst

Insolvenzreport Polen: Weniger Pleiten, Wirtschaft wächst
  • Polens Wirtschaft wächst zwar gebremst, aber mit 3,2 Prozent nach 3,6 Prozent im Vorjahr weiter gut
  • Günstiges makroökonomisches Umfeld
  • Insolvenzen und Restrukturierungen um über 14 Prozent gefallen. Coface erwartet weitere Verbesserungen mit noch weniger Verfahren in diesem und im nächstem Jahr

 

Die Unternehmen in Polen profitieren weiterhin von günstigen makroökonomischen Faktoren mit einer guten Inlands- und Exportnachfrage. Das etwas gebremste Wachstum in diesem Jahr geht auf die schwächeren Investitionen zurück, die im ersten Halbjahr um 3,6 Prozent niedriger lagen als 2015. Zum Teil liegt das an schwach gestarteten von der EU cofinanzierten Programmen, zum anderen wirken sich externe und interne Faktoren aus wie mögliche Rechtsveränderungen, Schwankungen der Wechselkurse und die Unwägbarkeiten aus dem Brexit.

Niedrigere Insolvenzzahlen aufgrund neuer Bestimmungen

Die Anzahl der Insolvenzen geht in Polen seit 2014 zurück. Im ersten Halbjahr 2016 wurden 328 Verfahren registriert, 14,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Nach dem neuen Recht, das dieses Jahr in Kraft trat, haben Unternehmen nun Alternativen. Die neuen Restrukturierungsverfahren dürften noch häufiger in Anspruch genommen werden als schon im zweiten Quartal erkennbar war.

„Der positive Trend bei den Unternehmensinsolvenzen wird in den nächsten Quartalen anhalten“, erwartet Grzegorz Sielewicz, Coface-Economist für Zentral- und Osteuropa. „Allerdings verändert sich der Rahmen, denn weniger Insolvenzen stehen mehr Restrukturierungen gegenüber. Diese werden immer mehr von Unternehmen als Behelf bei Zahlungsproblemen in Anspruch genommen. Mehr Unternehmen als vorher könnten so weiter agieren und müssen nicht sofort aufgeben.“

Coface prognostiziert für 2016 einen Rückgang von Insolvenzen und Restrukturierungen um 8,9 Prozent. Diese Erwartung steht unter dem Vorbehalt, dass nicht deutlich mehr Restrukturierungen eingeleitet werden als erwartet. 2017 dürfte der Rückgang dann minus 4,8 Prozent betragen.

Privater Konsum Haupttreiber der polnischen Wirtschaft

 

Polens stabiles Wachstum basiert primär auf dem privaten Konsum, der in diesem Jahr auch aufgrund der verbesserten Situation auf dem Arbeitsmarkt noch einmal zugelegt hat. Die Löhne steigen weiter, während die Inflation niedrig bleibt. So sind die Rahmenbedingungen für den Einzelhandel sehr gut.

Die Strukturdaten zeigen, dass der private Verbrauch 2015 mit 58 Prozent mehr zum nominalen BIP beitrug als der Export. Analysen zeigen zudem, dass auch die Insolvenzentwicklung stärker vom Konsum abhängt als vom Export. Allerdings wirken die Auslandsaktivtäten der Unternehmen stärker auf die Rentabilität. Besonders gut sind derzeit die Aussichten für die Hersteller von Handelswaren mit großer Auslandsnachfrage. Dazu zählen Autos, Möbel, Haushaltselektro- und IT-Geräte. Gewinne machen auch Unternehmen, die direkt die Nachfrage der Menschen in Polen bedienen können. Die großen Einzelhändler werden zwar mit einer neuen Abgabe zur Kasse gebeten, die Einbußen daraus dürften aber durch die steigende Nachfrage kompensiert werden. In den nächsten Quartalen dürfte der private Verbrauch weiter der größte Treiber der Wirtschaft in Polen bleiben.

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