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04.12.2015
Länder- und Branchenbewertungen

Französische Unternehmen spüren allmählich Erholung. Aber einige Branchen weiter mit Risiko.

Französische Unternehmen spüren allmählich Erholung.

Die französische Wirtschaft wächst wieder, wenn auch noch wackelig.

Die französische Wirtschaft wächst wieder, wenn auch noch wackelig. Die Coface-Volkswirte erwarten für dieses Jahr 1,1 Prozent und 1,4 Prozent für 2016. Die Unternehmensinsolvenzen gehen zurück, sind aber insgesamt noch auf einem hohen Niveau. Den Firmen helfen die niedrigen Ölpreise und Abgabenerleichterungen die Margen zu verbessern und in Modernisierungen zu investieren. Die Unternehmen dürften 2016 ihre Investitionen ausweiten, wie es dem üblichen Muster in einer Erholungsphase entspricht.

Es wird wieder investiert

 

Der private Verbrauch trägt mit plus 1,5 Prozent 2015 und 1,3 Prozent im nächsten Jahr hauptsächlich zum Wirtschaftswachstum bei, wenngleich er noch nicht wieder das Tempo von vor der Krise mit durchschnittlich 2,1 Prozent zwischen 2003 und 2007 erreichen wird. Die Investitionen der Unternehmen ziehen langsam an, während die Investitionsausgaben der öffentlichen und privaten Haushalte zuletzt gesunken sind (minus 0,5 Prozent im dritten Quartal). Ein Indikator für die bessere finanzielle Lage der Unternehmen ist der beobachtete Anstieg der Investitionen seit dem zweiten Quartal. Gleichzeitig profitieren die Unternehmen von den niedrigeren Ölpreisen und den Maßnahmen der Regierung. Diese hat unter anderem ein Steuerprogramm zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und der Beschäftigung („CICE“) aufgelegt, sowie Erleichterungen für unternehmerische Investitionen ermöglicht. Dies trug dazu bei, dass die Margen wieder stiegen und die Unternehmen in Modernisierung investieren können. Allerdings haben exportierende Unternehmen nur einen reduzierten Zugang zum CICE-Programm und Probleme mit höheren Wechselkursrisiken. 

Seit 2012 dürften im nächsten Jahr die Investitionen zum ersten Mal wieder einen positiven Beitrag zum Wachstum leisten und zwar mit einem Anstieg von 1,5 Prozent. Die Verbesserung liegt aber weiter unter den Raten von vor der Krise, die im Schnitt 3,8 Prozent betrugen. Die Auslastung der Unternehmen lag Ende Oktober 2015 bei 77,8 Prozent. Kapital wird primär zur Modernisierung von Produktionsanlagen eingesetzt. Da steuerliche Abzugsmöglichkeiten für Investitionsausgaben im April 2016 auslaufen, dürfte sich das Wachstum der Investitionen im zweiten Halbjahr 2016 abschwächen. 

„Die Erholung ist spürbar, aber noch fragil“, sagt Paul Chollet, der für Branchen- und Insolvenzstudien bei Coface verantwortlich ist. „Die Konsumnachfrage ist noch nicht so stark, um die Unternehmen zu Ausweitungen ihrer Produktion zu bewegen. Sieben Jahre nach der Lehmann-Krise werden hauptsächlich Ersatzinvestitionen getätigt. Angesichts dieser Schwächen ist es unerlässlich, dass die Unternehmen die makroökonomischen und die Branchenentwicklungen genau verfolgen, um die Risiken für ihre Geschäfte zu antizipieren.“

Zweites Jahr mit weniger Insolvenzen

Ende Oktober 2015 lag die Zahl der Insolvenzen mit 61.150 Unternehmen um 4,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Allerdings ist das Niveau verglichen mit den durchschnittlich 46.000 Unternehmen, die zwischen 2000 und 2006 aufgeben mussten, noch hoch. Jedoch war zwischen 2005 und 2013 die Gesamtzahl der tätigen Unternehmen auch um 31 Prozent gestiegen. Daher ist die Insolvenzrate, bei der die Anzahl der Insolvenzen auf die Anzahl der Unternehmen bezogen wird, gleich geblieben: Sie betrug 1,41 Prozent im Jahr 2013 und 1,42 Prozent 2005. Die Entspannung zeigt sich auch in der Summe der ausstehenden Forderungen der Lieferanten. Sie betrug Ende Oktober 2015 3,6 Milliarden Euro. Das sind immerhin 20 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der durchschnittliche Umsatz der insolvent geworden Unternehmen betrug 578.000 Euro, das sind 3,2 Prozent weniger.

In zwei von 14 Branchen, die Coface regelmäßig untersucht, liegen die Risiken in Frankreich höher als in Westeuropa.

  • Die Transport-Branche sieht Coface in Frankreich in der Kategorie “hohes Risiko”, in Westeuropa in “moderates Risiko”. Die Logistik-Dienstleister leiden unter ihrer geringeren Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der Konkurrenz aus Mittel- und Osteuropa. Dies macht sich besonders im Güterverkehr auf der Straße bemerkbar.
  • Die Bauindustrie ist die einzige Branche in Frankreich mit der Coface-Einstufung „sehr hohes Risiko”. In Westeuropa liegt die Bewertung bei “hohes Risiko”. Der Umsatz der Unternehmen geht seit 2012 zurück, und trotz einer leichten Erholung 2015 bleiben Auslastung und Dynamik schwach. Hoch- und Tiefbaufirmen beklagen geringere öffentliche Aufträge. Auch der insgesamt schwache Arbeitsmarkt wirkt sich negativ auf die Nachfrage und damit die Auftragslage aus.
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