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13.05.2014
News zu Coface, Länder- und Branchenbewertungen

Eurozone wieder auf Wachstumskurs, Erholung geht aber nur langsam voran

Eurozone wieder auf Wachstumskurs, Erholung geht aber nur langsam voran
Internationaler Kreditversicherer präsentiert Entwicklung von Länderrisiken und prognostiziert Weltwirtschaft 2014 ein Wachstum von +3,1%. Mit einem Wachstum von +1,0% erholt sich die Eurozone nur langsam von den Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise.

 

Im Rahmen eines Pressegesprächs im Vorfeld der heute stattfindenden 12. Coface Country Risk Conference in Wien präsentierten Christian Berger, Coface Country Manager Austria,  Yves Zlotowski, Chief Economist Coface Group, und Dirk Bröckelmann, Economic Research Coface Northern Europe Region, ihren wirtschaftlichen Ausblick auf das laufende Jahr 2014 und die aktuelle Entwicklung der Länderrisiken.

 

Wirtschaftsklima: Eurozone erholt sich langsam

 

„Die wirtschaftliche Erholung der Eurozone ist einigermaßen gesichert, aber der Kontinent hat im Vergleich zur Weltwirtschaft ein eher langsames Wachstum vor sich“, erläuterte Yves Zlotowski, Chief Economist Coface Group, die aktuellen konjunkturellen Rahmenbedingungen. Nach einer Schrumpfung im Vorjahr sagt Coface der Eurozone für 2014 ein Wirtschaftswachstum von +1,0% voraus, während für Österreich – so wie für Deutschland – ein Zuwachs von +1,7% (nach +0,4% im Jahr 2013) prognostiziert wird. Bereits im Jänner diesen Jahres wurden daher die Länderbewertung Österreichs und Deutschlands von Coface – ausgehend von der zweitbesten Risikokategorie A2 – unter positive Beobachtung gesetzt.

 

Getragen wird das Wachstum in Deutschland nicht zuletzt durch gestiegene Konsumausgaben der privaten Haushalte sowie durch verstärkte Sachinvestitionen. Frankreich leidet hingegen trotz eines prognostizierten Wachstums von +0,8% unter der geringeren Wettbewerbsfähigkeit seiner Unternehmen, die dadurch eine höhere Anfälligkeit für Insolvenzen aufweisen. Spaniens Wirtschaft sieht mit einem voraussichtlichen Zuwachs von +0,7% erstmals seit Jahren wieder Licht am Ende des Tunnels, wobei die dortigen Unternehmen durch einen hohen Anteil an Fremdfinanzierung noch starken Wachstumshemmnissen unterworfen sind. Doch insgesamt hat sich die Lage in Südeuropa stabilisiert.

 

Auch die stark von Industrie und Handel abhängige Wirtschaft in der CEE-Region zieht – mit Ausnahme von Slowenien (-0,8%) und der Ukraine (-1,0%) – wieder an. Die Wachstumsprognosen von Coface reichen hier von +1,6% für Bulgarien bis hin zu +4,2% für Lettland. Neben Lettland profitieren Litauen (+3,4%) und Polen (+2,9%) am stärksten von der Erholung in der Eurozone, aber auch Tschechien – das Land mit dem höchsten Exportanteil in der Region – kann dadurch 2014 mit einem prognostizierten Wachstum von +1,9% (nach -1,1% im Jahr 2013) rechnen.

 

 

CEE-Region: Innovationsfähigkeit als langfristiger Erfolgsfaktor

 

Die baltischen Länder weisen auch von allen CEE-Ländern die besten Zuwachsraten auf, was die Verbesserung ihrer Wettbewerbsfähigkeit in puncto Innovation betrifft. Von 2006-2013 konnte Estland im „Innovation Union Scoreboard“ einen Zuwachs von +3,7%, Lettland von +3,5% und Litauen von +2,6% verzeichnen. Nur Slowenien kann sich noch mit einem durchschnittlichen Zuwachs von +2,7% in dieser Gruppe einreihen. Im Innovationsindex aller EU-Staaten liegen Slowenien und Estland damit nur mehr knapp unter dem EU-Schnitt und werden – so wie Österreich – als „Innovation followers“ kategorisiert.

 

Auf die Innovationsfähigkeit der CEE-Region ist insofern großes Augenmerk zu legen, als mit steigendem Lohnniveau die preisliche Attraktivität dieser Länder wegfällt – mehr Innovation ist also der Schlüssel zu einer dauerhaften Wettbewerbsfähigkeit in Zentral- und Osteuropa. Auch wenn die Kluft zu den Industrieländern inzwischen verringert werden konnte, haben die CEE-Länder in Sachen Innovation noch einen großen Aufholbedarf. Vor allem Länder wie Polen und Kroatien müssen dabei nicht nur mehr in ihre Innovationsfähigkeit investieren, sondern auch die Effizienz ihres Mitteleinsatzes überprüfen, wie die Ländervergleiche im Innovation Union Scoreboard zeigen.

 

USA stark, Schwellenländer uneinheitlicher

 

Das weltweite Wirtschaftswachstum 2014 sieht Coface bei +3,1% (nach +2,6% im Vorjahr). Dabei prognostiziert Coface für die Schwellenländer in diesem Jahr einen durchschnittlichen Zuwachs von +4,5%, womit die Annäherung zwischen Schwellenländern und Industrienationen prinzipiell weiter voranschreitet. Im Detail sind hier allerdings einige Verschiebungen wie auch gestiegene Länderrisiken zu beobachten. Die wichtigsten Schwellenländer wachsen auf Grund von Versorgungsengpässen deutlich langsamer, besonders die beiden BRIC-Staaten Brasilien (Prognose 2014: +1,7%) und Russland (+1,0%) leiden unter nachlassenden Investitionen. Im Fall von Russland kommen außerdem die aktuellen geopolitischen Spannungen hinzu, die sich nicht nur auf die Binnennachfrage negativ auswirken. Auch China, dem Coface für 2014 ein Wachstum von +7,2% voraussagt, verzeichnet steigende Unternehmensrisiken, die v. a. auf Überkapazitäten und verdeckte Fremdfinanzierungen zurückzuführen sind. Länder wie Kolumbien (+4,2%), Indonesien (+5,5%), Peru (+5,4%) oder die Philippinen (+6,5%) heften sich hingegen dank eines sehr stabilen Geschäftsumfelds mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten an die Fersen der BRIC-Staaten.

 

Nach einem schwachen 1. Quartal, das vor allem auf die – insbesondere für die Baubranche problematische – Kältewelle zu Jahresbeginn zurückzuführen ist, prognostiziert Coface der US-Wirtschaft für 2014 ein Wachstum von beachtlichen +2,7% (2013: +1,9%). Das Land profitiert sowohl von der anhaltenden Konsumnachfrage der privaten Haushalte als auch von der Widerstandskraft der Unternehmen – die bei einer relativ niedrigen Schuldenlast wieder so profitabel sind wie vor der Krise. Damit hat es die US-Wirtschaft nun wieder – neben Japan, Kanada und der Schweiz – in die beste Risikostufe der Coface-Länderbewertungen geschafft: A1.

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