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15.09.2017
Länder- und Branchenbewertungen

Die Infrastruktur ist die Achillesferse Lateinamerikas

Die Infrastruktur ist die Achillesferse Lateinamerikas
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Die fragile Entwicklung in den letzten Jahren belegt die Wettbewerbsprobleme der Länder in Lateinamerika. Was sind die Schwächen der Infrastrukturen in Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Ecuador, Mexiko und Peru?

Das Wirtschaftswachstum in Lateinamerika basierte über einen längeren Zeitraum wesentlich auf dem Rohstoff-Boom, der über ein Jahrzehnt bis etwa 2014 anhielt. Allerdings hatte diese Phase keine Auswirkungen auf die Verbesserung der Infrastruktur.

Ab Mitte 2014 wirkten sich die niedrigeren Rohstoffpreise negativ auf die Aktivität in der Region aus und zeigten wie anfällig die Wirtschaft ist. Die Währungsabwertungen reichten nicht aus, um die Wettbewerbsschwächen der produzierenden Branchen auszugleichen und führten letztlich zu einer noch schlechteren Handelsbilanz.

Die Probleme der Region und der Unternehmen haben viele Ursachen, unter anderem die Arbeitsgesetze, hohe Steuern, das Bildungssystem, Bürokratie und die unzureichende Infrastruktur. Die Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (ECLAC) hat errechnet, dass die Region bis 2020 jährlich 6,2 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts in die Infrastruktur investieren müsste – zurzeit schafft keines der wichtigsten Länder mehr als 3 Prozent.

 

Unzulängliche Häfen und die übrige Transportinfrastruktur hemmen die Wettbewerbsfähigkeit

Der Global Competitiveness Index analysiert verschiedene Aspekte der Infrastruktur und identifiziert eine Reihe von Notwendigkeiten:

  1. 1) Die Transport-Infrastruktur ist deutlich unzureichend in Argentinien, Brasilien, Kolumbien und Peru.
  2. 2) Der Straßenzustand ist die Achillesferse der Länder in Lateinamerika.
  3. 3) Die schlechte Qualität der Häfen ist besonders in Brasilien ein großes Problem.
  4. Bisweilen ist der Transport von Gütern ins Ausland billiger als im Inland.
  5.   
Quality of transport infrastructure 2016-2017 (ranking 138 countries)

Source: World Economic Forum
* Ecuador data on railroad is not applicable

Quality of transport infrastructure_ENG

Saubere Energien: Chancen für die Entwicklung

Die Stromerzeugung der Region ist in hohem Maße von der Wasserkraft und den fossilen Energieträgern abhängig. Diese Abhängigkeit wird zukünftig, wie in anderen Teilen der Welt, voraussichtlich schwinden. Während die Energiegewinnung aus fossilen Trägern in der Regel hohe Kosten und mehr Verschmutzung mit sich bringt, stehen dem Bau von Wasserkraftwerken häufig, aufgrund von Umweltauswirkungen, der Widerstand  örtlicher Bevölkerungsgruppen entgegen. Darüber hinaus sahen sich in den letzten Jahren viele Länder mit längeren Dürren konfrontiert, die durch das Wetterphänomen von El Niño verursacht wurden. Sich auf die Wasserkraft zu verlassen birgt also dementsprechende Risiken.

Chile ist eines der Länder, die auf die Entwicklung sauberer Energien setzen. Die Regierung hat das Ziel gesetzt, bis 2025 20 Prozent des Stroms aus nicht-fossilen, erneuerbaren Energien zu produzieren. Es wird erwartet, dass damit die Produktionskosten um ein Drittel sinken. Argentinien hat ebenfalls Pläne für erneuerbare Energien und ein Versteigerungsprogramm für deren Entwicklung und Ausbau aufgelegt. Während der ersten beiden Runden im vergangenen Jahr kamen 59 Projekte mit einem Gesamtwert von 4 Milliarden US-Dollar zur Versteigerung.

 

Investitionsbedürfnisse: Oeffentlich-private Partnerschaften als Gegenmittel zu eingeschränkten Regierungsbudgets

Da sich die öffentlichen Haushalte unter Druck befinden, gewinnen Public Private Partnerships (PPP) an Bedeutung. Um aber private Investitionen noch stärker anzuschieben, müssen einige Defizite beseitigt werden: Mangelnde Transparenz, unattraktive Konditionen, wenige und begrenzte Finanzierungsquellen sind nur einige davon.
Laut Economist Intelligence Unit Indicator for PPP Environments bieten Chile und Kolumbien die besten Voraussetzungen für solche Projekte. Die Ausgabe 2017 des Reports belegt die stetige Entwicklung des Modells in der Region, wenngleich die Transparenz der PPP-Prozesse noch verbessert werden muss.

Korruptionsskandale verzögern Investitionen und sorgen für Misstrauen bei ausländischen Geldgebern. Spürbare Strafen sind wichtig für das Vertrauen und das Interesse an den Projekten.

Um die Wirkung von Investitionen in die Infrastruktur zu optimieren, sind einige Aspekte wichtig:

  • Mehr Finanzierungsmöglichkeiten: Den generellen Mangel an Finanzierungsquellen sehen Unternehmer als größte Hürde für private Investitionen.
  • Neue Investoren: Neue Investoren zu finden und zu interessieren ist wichtig, um den Wettbewerb zu stimulieren.
  • Anreize schaffen: Attraktive Renditeaussichten und klare regulatorische Rahmenbedingungen könnten das Interesse privater Investoren wecken und stärken.
  • Transparenz, interne Regeln und Compliance stärken: Maßnahmen in diesen Bereichen würden gegen Fälle von Bereicherung, Betrug und Korruption bei infrastrukturellen Bauprojekten helfen.

 

 

 

     

 

 

 

 

 

 

 

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