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01.04.2016
Länder- und Branchenbewertungen

Coface aktualisiert Länderbewertungen

new Quarterly update of Coface country risk assessments press release

Große Anspannung zum Jahresbeginn

  • Die Weltwirtschaft wird "japanisch": Globales Wachstum weiter langsam trotz extrem expansiver Geldpolitik
  • Liquiditätsüberschuss an Finanzmärkten erhöht Volatilität
  • Drei verstärkte Risiken: Abschwächung in China,  Ausschläge an den Rohstoffmärkten und steigende politische Unsicherheiten
  • Vor diesem Hintergrund hat Coface sieben Länder herabgestuft

Internationales Szenario mit unklaren Folgen

Während die Emerging Markets eine leichte Erholung zeigen – Coface erwartet 3,9 Prozent Wachstum in diesem Jahr nach 3,4 Prozent in 2015, aber 7,2 Prozent im Jahr 2010 –, stört die gebremste Entwicklung in den Industrieländern mit 1,7 Prozent Wachstum in diesem Jahr die Balance in der globalen Wirtschaft. Das weltweite Wachstum dürfte kaum über 2,7 Prozent liegen.

In den USA gibt es in einem insgesamt gesunden Umfeld einige kritische Punkte. Der Dienstleistungssektor, getragen von der geringen Arbeitslosigkeit und dem privaten Konsum, läuft rund. Dagegen leidet die Industrie unter dem starken Dollar. Die Entwicklung in Großbritannien ist unsicher wegen des ungeklärten Verbleibs in der EU. Das führt zu Ausschlägen an den Finanzmärkten und drückt auf die  Stimmung von Konsumenten und Unternehmen. Die Eurozone lebt derzeit von einer vergleichsweise stabilen  Binnennachfrage, der verbesserten Beschäftigungssituation und günstigen Kreditkonditionen. In Griechenland, Portugal, Spanien und Irland ist der Optimismus bei den Unternehmen allerdings gering. Besonders auch wachsende politische Unsicherheiten bremsen das Wachstum (1,6 Prozent 2016).

Einige kritische Faktoren spielen eine Rolle in den Coface-Prognosen: Derzeit teilt die Weltwirtschaft die Charakteristika der japanischen Wirtschaft: niedriges Wachstum trotz extrem expansiver Geldpolitik, volatile Finanzmärkte und die Risiken durch fehlende Inflation.

Japans Wirtschaft beklagt zudem eine enttäuschende  Konsumentwicklung. Die Aufwertung des Yen in diesem Frühjahr und die ausbleibenden Effekte der Regierungsinitiativen („Abenomics“) veranlassten die Bank of Japan, negative Zinsen einzuführen. Nachdem Coface das Land im Januar 2016 auf die Beobachtungsliste gesetzt hatte, erfolgte nun die Abwertung in der Länderbewertung in A2.

Spannungen und Unsicherheiten erhöhen die Risiken

Abschwächung in China und niedrige Ölpreise

In China bleibt zwar das Risiko einer weiteren deutlicheren Abschwächung bestehen. Doch mit der jüngsten Mindestreservesenkung steuern die chinesischen Behörden dem entgegen, sodass sich Coface  in ihrer Wachstumsprognose von 6,5 Prozent bestätigt sieht. Gleichzeitig haben die gefallenen Ölpreise die Finanzhaushalte der Öl-exportierenden Länder getroffen. Deren Defizite steigen schneller, während die Ölindustrien von negativen externen Effekten betroffen sind. Diese Fakten haben zu einigen Herabstufungen und Einstufungen auf „negative watch“ geführt.

  • Malaysia (jetzt in der Bewertungsstufe A3) leidet unter dem Verfall der Rohstoffpreise und dem Skandal um den Staatsfonds 1MBD. Die Zuversicht der Investoren ließ vor dem Hintergrund eines hohen Haushaltsdefizits und niedriger Nachfrage aus dem Ausland nach. Die wachsenden politischen Risiken verschärfen die Probleme.
  • DasSultanat Oman (jetzt A4) ist weiter eines der Länder in der Region, die am anfälligsten für Ölpreisveränderungen sind. Die kurzfristigen Produktionskapazitäten sind begrenzt und die Einnahmen aus dem Ölgeschäft, die fast 85 Prozent der Staatseinnahmen ausmachen, sind 2015 um 36,3 Prozent eingebrochen.
  • Die Exporte aus Kasachstan (jetzt Länderbewertung C) nach China gehen zurück. Zugleich ist das Land von der Rezession in Russland und den niedrigen Ölpreisen betroffen.
  • Saudi Arabien (A4, jetzt auf “negative watch”) erlebt ein steigendes Staatsdefizit. Die Preise bleiben niedrig, die Zuversicht der Unternehmen beginnt zu bröckeln.
  • Bis jetzt ist Kuwait (A2, jetzt auf “negative watch”) zwaram wenigsten betroffen. 2016 könnten sich allerdings sowohl die  die Finanzlage der öffentlichen Haushalte sowie der Saldo der Leistungsbilanz verschlechtern.
Steigende politische Risiken

Die zunehmende politische Instabilität könnte sich ernsthaft auf die Volkswirtschaften auswirken, die schon vom global gebremsten Wachstum getroffen sind. Ohnehin führen wirtschaftliche Probleme oft zu Unzufriedenheit in der Bevölkerung und nachlassender Identifikation mit dem Staat.

  • Armenien ist nun in der niedrigsten Stufe der Coface-Länderbewertung: D.In dieser Stufe sind Länder mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit für Zahlungsausfälle und Insolvenzen. Die Rezession in Russland schlägt auf Armenien durch. So ist die Beschäftigung armenischer Arbeitskräfte in Russland um fünf Prozent zurückgegangen. Die Bevölkerung ist zunehmend unzufrieden mit der Korruption im Land und der schwachen Wirtschaftsleistung. Alles zusammen wirkt negativ auf die soziale und politische Lage.

 

 

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Kontakt


Verena SCHWARZ

Communications Manager
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