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03.07.2013
Länder- und Branchenbewertungen

Coface aktualisiert Länderbewertungen - Hoffnungsschimmer für die Industrieländer Japan, Irland und Island

Coface aktualisiert Länderbewertungen - Hoffnungsschimmer für die Industrieländer Japan, Irland und Island

Aus Sicht von Coface bessert sich die Lage in einigen Industrieländern. Japan profitiert von den politischen Aussagen des Premierministers Abe, die Wirtschaft zumindest kurzfristig zu unterstützen. Irland wächst konstanter und kommt schrittweise aus der Finanzkrise. In Island ist die Entwicklung sehr dynamisch. Auf der anderen Seite steigen die Risiken in Südafrika und Tunesien. Dort geht die Wirtschaftsleistung zurück und es gibt Finanzprobleme. Vor allem aber wächst der politische und soziale Druck.

 

Verbesserungen in Japan, Island und Irland

Coface hat Japan (A1) von der negativen Watchlist genommen. Die angekündigten finanz- und haushaltspolitischen Programme haben den privaten Verbrauch spürbar angekurbelt. Die Abwertung des Yen seit Ende 2012 hat ebenfalls Wirkung gezeigt und den Export beflügelt. Die Ausfuhren werden auch 2013 um mehr als 3 Prozent steigen. Das Wirtschaftsklima verbessert sich weiter, zumindest kurzfristig. Das BIP dürfte um 1,4 Prozent wachsen und die Insolvenzzahlen konstant bleiben. 

Während sich manche Länder abmühen, der westeuropäischen Rezession zu entkommen, sind andere durchaus erfolgreich. Das Wachstum in Island ist kräftig: 3,8 Prozent im ersten Quartal 2013 mit einer Prognose von 2,3 Prozent für das ganze Jahr. Die Inflation geht zurück, die Arbeitslosenquote stabilisiert sich. Coface hat Island auf A3 aufgewertet.

Irland findet langsam, aber stetig aus seiner Bankenkrise heraus. 2013 wird das Wachstum wie 2012 bei 0,9 Prozent liegen. Der Leistungsbilanzüberschuss ist ordentlich, die Inlandsnachfrage erholt sich. Die von der Troika überwachten Reform- und Sparpakete haben ohne Störungen gewirkt und sollten Ende 2013 erfolgreich abgeschlossen werden können. Das Vertrauen der Investoren ist gestärkt, Irland kann wieder Anleihen an den internationalen Märkten ausgeben. In diesem Kontext sieht Coface Irland in der Bewertung A4 nun mit positivem Ausblick. 

 

Anhaltende soziale und politische Risiken: Südafrika und Tunesien abgestuft

In Südafrika, das Coface auf A4 herabgestuft hat, ist das Wachstum verhalten und wird 2013 unter drei Prozent bleiben. Die sehr hohe Privatverschuldung, Inflation und Arbeitslosigkeit bremsen den privaten Konsum. Zudem büßen die Unternehmen an Wettbewerbsfähigkeit  ein und leiden unter den Auswirkungen der Rezession in der Eurozone, einem der wichtigsten Handelspartner. Die sozialen Spannungen sind aufgrund enttäuschter Hoffnungen der Menschen nach wie vor stark, weitere Streiks können nicht ausgeschlossen werden.

Tunesien, von Coface auf B abgestuft, erlebt weiter wachsende politische und soziale Spannungen. Die Ausfertigung der Verfassung wurde verschoben, ebenso die Präsidenten- und Parlamentswahl. Die Gesellschaft driftet immer weiter auseinander. Die Auslandskonten und Währungsreserven sind knapp, die Einnahmen aus dem Tourismus gehen zurück. Die Regierung wird sich schwer tun, die Anforderungen des jüngsten IWF-Programms erfüllen zu können.

 

Unterschiede in aufstrebenden Märkten

In Europa leiden dieTschechische RepublikundSlowenienbesonders unter den Auswirkungen des wirtschaftlichen Abschwungs in der Eurozone. Beide Länder hat Coface auf A4 herabgestuft. In Tschechien sind derzeit 37 Prozent der Beschäftigungslosen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen. In Slowenien sind immer mehr Unternehmen insolvenzgefährdet. Die Verschuldung der Unternehmen beträgt 85 Prozent des BIP. Verschlimmert wird die Lage durch den angeschlagenen Bankensektor und notleidende Kredite. Anders als seine Nachbarn ist Polen nicht in einer Rezession, die Verlangsamung ist zyklisch. Die Wirtschaft wird bis Ende des Jahres von der expansiven Geldpolitik profitieren. Dieser Ausblick veranlasst Coface, Polens Bewertung mit A3 nicht mehr unter „negative Watch“ zu führen.

In Lateinamerika kommt die gute Nachricht aus Ecuador. Coface hat die Bewertung des Landes auf B angehoben. Das Wachstum ist kräftig und stetig. Die öffentliche Verschuldung wurde stark reduziert und beträgt derzeit 22 Prozent des BIP. Auch die politische Lage hat sich stabilisiert und die Regierung scheint sich für ausländische Investoren zu öffnen.

Von den aufstrebenden asiatischen Ländern haben die Philippinen mit Erreichen von A4 nun erstmals die B-Kategorie in der Länderbewertung von Coface verlassen. Das Land verdankt dies seinen außerordentlichen makroökonomischen Daten. Die Wirtschaft wuchs im ersten Quartal 2013 um 7,8 Prozent, die Prognose für das gesamte laufende Jahr lautet auf 6,5 Prozent. Weitere Pluspunkte: anhaltende Konsumnachfrage, solider Leistungsbilanzüberschuss, stabile Überweisungen von im Ausland arbeitenden Bürgern, Inflationsrate unter Kontrolle und weitere Verbesserungen der öffentlichen Finanzen.

 

Über die Methodik:

Die Coface Länderbewertungen zeigen das Ausfallsrisiko, also die Fähigkeit der Unternehmen eines Landes, Zahlungen rechtzeitig zu leisten. Sie werden auf Basis des wirtschaftlichen, finanziellen und politischen Umfelds sowie des Zahlungsverhaltens der Unternehmen vergeben. Die Ländereinstufung von Coface erfolgt in sieben Kategorien. A1 bis A4 entsprechen Investmentgrades und symbolisieren geringes Risiko und stabiles Zahlungsverhalten. B, C und D stehen für mittleres bis hohes Risiko unterhalb der Investmentgrades.

Presseveröffentlichung herunterladen : Coface aktualisiert Länderbewertungen - Hoffnungsschimmer für die In... (100,54 kB)

Kontakt


Susanne KRÖNES

Pressekontakt
Marxergasse 4c
1030 Wien
AUSTRIA
Tel: +43 (0) 1 515 54 512
Email: susanne.kroenes@coface.com

Siehe auch


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