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06.10.2014
Länder- und Branchenbewertungen

Coface CEE Top 500: Top-Unternehmen in Zentral- und Osteuropa mit stabilem Umsatz bei sinkenden Beschäftigungszahlen

Coface CEE Top 500
  • Polen behält auch 2013 den Spitzenplatz im Ranking. Die Ukraine kehrt auf Platz 2 zurück und verweist damit Ungarn auf den dritten Rang.
  • Der Umsatz der größten Unternehmen nimmt leicht zu, während die Beschäftigtenzahlen nach unten gehen.
  • Coface ist – mit Ausnahme der Ukraine – vorsichtig optimistisch, was die wirtschaftlichen Perspektiven der CEE-Region für 2014 betrifft.
  • Hinweis: Im Rahmen des Pressegesprächs zu den CEE Top 500 wurde auch EasyLiner, das neue Online-Produkt von Coface für KMUs vorgestellt. Dazu erfolgt in Kürze eine gesonderte Aussendung.

 

Der internationale Kreditversicherer Coface präsentierte heute zum sechsten Mal die Studie „CEE Top 500“. Die 500 größten Unternehmen der Region werden darin nach ihrem Umsatz gereiht. Darüber hinaus werden weitere Faktoren analysiert, wie z. B. die Anzahl der Mitarbeiter sowie die Rahmenbedingungen der einzelnen Unternehmen, Branchen und Märkte. 

Die Entwicklung der CEE-Region im Auge zu behalten ist für Österreichs Wirtschaft von großer Relevanz. „Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Österreich und dem zentral- und osteuropäischen Raum waren immer schon stark. Österreich exportiert 20 Prozent in Richtung seiner östlichen Nachbarn und ist einer der größten Investoren in der Region,“ betont Christian Berger, Coface Country Manager Austria, in diesem Zusammenhang.

 

Top-Player: stabiler Umsatz bei sinkenden Beschäftigtenzahlen 

Obwohl das weltweite Wirtschaftswachstum im Jahr 2013 wieder angezogen hat, wurden die Top 500-Unternehmen in Zentral- und Osteuropa davon kaum erfasst. Mit Umsätzen von rund 644 Milliarden Euro konnte nur eine leichte Steigerung von 0,2 Prozent erzielt werden, die Top 100 mussten sogar einen Umsatzrückgang um 0,5 Prozent hinnehmen. 

Gleichzeitig ist die Anzahl der Mitarbeiter um 0,8 Prozent gesunken. Die Studie zeigt aber, dass die Bedeutung der Top-Unternehmen als wichtigste Arbeitgeber der Region immer noch ungebrochen ist.

Top 3 Länder: Polen, Ukraine und Ungarn

Die meisten Top-Firmen der CEE-Region – mehr als ein Drittel – stammen wie auch in den Vorjahren 2013 aus Polen. Nachdem das Land seine Führung 2012 ausgebaut hat, ist der Vorsprung auf die übrigen Länder im vergangenen Jahr wieder geschrumpft. Im aktuellen Coface-Ranking scheinen 148 polnische Unternehmen auf und damit 23 weniger als noch 2012. 

Die polnischen Top-Firmen erzielten 2013 einen Umsatz von knapp 219 Milliarden Euro und damit um 0,1 Prozent weniger als noch im Jahr davor. Die angespannte wirtschaftliche Situation zeigt sich auch an der Platzierung polnischer Unternehmen in den „CEE Top 500“ – 95 Unternehmen weisen eine schlechtere Position auf als 2012. Dennoch beheimatet Polen nach wie vor die Hälfte der Top 10-Unternehmen und weist mit 0,05 Prozent überdies die niedrigste Insolvenzrate auf. 

Den zweiten Platz im CEE Top 500-Ranking belegt die Ukraine. Mit 90 Unternehmen, die einen Umsatz von 101 Milliarden Euro erwirtschaftet haben, hat sie es wieder auf das Podium geschafft. Obwohl die Ukraine die meisten Newcomer im Ranking stellt, schafften es nur sieben Unternehmen, ihre Position zu verbessern – der Großteil ist zurückgefallen. Wie sich der Konflikt im Land auf die wirtschaftliche Situation auswirken wird, wird das Ranking im nächsten Jahr zeigen. 

Auf Platz drei folgt Ungarn, das 62 Firmen unter den Top 500 stellt – um vier weniger als 2012. Nach einer Phase der Rezession, die sich über fünf Quartale hingezogen hat, ist 2013 das Vertrauen in die ungarische Wirtschaft wieder gestiegen und das BIP um 1,1 Prozent gewachsen. Das spiegelt sich auch in den Unternehmenszahlen der größten ungarischen Player wider. Sie konnten ihre Umsätze im Schnitt um 1,2 Prozent steigern. Wichtigster Wachstumsmotor ist die Exportwirtschaft, allen voran die Elektro- und die Automobilindustrie.

Branchen: Gewinner und Verlierer

Die meisten Unternehmen der CEE Top 500 stammen auch 2013 wieder aus dem Öl- und Gassektor: Ihr Anteil ist von 65 auf 77 Unternehmen gestiegen, allerdings blieb deren Umsatz mit 162 Milliarden Euro in absoluten Zahlen gleich. Dennoch erwirtschaftet der Öl- und Gassektor immer noch ein Viertel des Umsatzes aller Top 500-Unternehmen. 

Mit einem Respektabstand von 15 Firmen folgt der Energieversorgungssektor auf dem zweiten Platz im Ranking. Mit 62 Vertretern in den Top 500 erwirtschaften die Energielieferanten einen Umsatz von 90 Milliarden Euro. Lag die durchschnittliche Wachstumsrate 2012 noch bei vielversprechenden 11 Prozent, hat sie sich 2013 auf 0,9 Prozent verringert. 

Wie schon 2012 schaffte es der Automobilsektor auch 2013 unter die Top 3. Insgesamt 47 Unternehmen – vier mehr als im Jahr zuvor – erzielten im letzten Jahr einen Umsatz von 75 Milliarden Euro. Damit verzeichneten sie den größten Zuwachs (+9,8 %) aller Branchen. Generell war das Jahr 2013 ein gutes für die zentral- und osteuropäischen Autobauer. In allen Ländern – abgesehen von Slowenien – konnten die Umsätze gesteigert werden. Die Musterschüler kommen hierbei aus Ungarn (Mercedes-Benz: +127,9 %) und Rumänien (Ford: +95,4 %). In Serbien ist Fiat mit einem Umsatzplus von 353,2 Prozent erstmals in den CEE Top 500 vertreten. 

Den meisten anderen Branchen erging es 2013 nicht so gut. Neun von 16 Sektoren verzeichneten Umsatzrückgänge, allen voran das Baugewerbe (-17,7 %), die Bergbauindustrie (-5,2 %) und die Telekommunikationsbranche (-4,5 %). Vor allem die Baubranche kämpft seit Jahren mit konjunkturellen Einbrüchen, weshalb 2013 der Abbau von Mitarbeitern fortgesetzt wurde (-16,9 Prozent). Dieses Bild setzt sich auch bei den Insolvenzen fort: Jedes vierte Unternehmen, das sich in Polen für zahlungsunfähig erklärt hat, stammt aus dem Bausektor. In Kroatien sind unter den fünf größten Insolvenzfällen drei Bauunternehmen.

CEE: Hoffnung auf bessere Zeiten

2013 war durch die anhaltende Rezession in der Eurozone in weiteres schwieriges Jahr für Unternehmen in Zentral- und Osteuropa. Die schlechte Performance dieses wichtigen Handelspartners bremste die wirtschaftliche Dynamik. 

Diese Entwicklung macht sich auch bei den Beschäftigtenzahlen bemerkbar. Besonders betroffen sind die Balkanstaaten, wo die Arbeitslosenquoten weit im zweistelligen Bereich liegen. Das Schlusslicht bildet Serbien, wo 21 Prozent der Bevölkerung keinen Job haben, dicht gefolgt von Kroatien (18,9 %). Positive Signale kommen hingegen aus Estland, wo es gelungen ist, die 10-Prozent-Marke zu unterschreiten. 

Umso wichtiger ist die Performance der Top-Player in der Region, die insgesamt 3,7 Prozent der arbeitenden Bevölkerung beschäftigen. Allerdings ist dieser Anteil gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Nur in drei Ländern – Ungarn, Tschechische Republik, Lettland – beschäftigen die größten Unternehmen mehr Mitarbeiter als vor einem Jahr.

Dennoch ist der Ausblick für 2014 vorsichtig optimistisch. Katarzyna Kompowska, Coface Executive Manager Central Europe, rechnet mit einer positiven Entwicklung: „Das Wirtschaftswachstum der Region wird im laufenden Jahr auf 2,4 Prozent steigen. Hier werden vor allem die baltischen Staaten einen wesentlichen Beitrag leisten. Ihre nationalen Wirtschaften entwickeln sich derzeit sehr gut. Wachstumsmotor werden der private Konsum und verstärkte Exporte sein. Wer diese Chancen nutzen möchte, muss die unterschiedlichen Märkte bestmöglich kennen und ihre Entwicklung laufend analysieren.

  

Über die Methode:

Coface hat die größten Unternehmen (ab einem Umsatz von 120 Mio. Euro) der Region Zentral- und Osteuropa ermittelt, wobei Finanzdienstleister wie z. B. Banken, Versicherungen, Leasinggesellschaften oder Börsenmakler nicht berücksichtigt wurden. Neben dem Umsatz beinhaltet das Ranking der CEE Top 500 andere wichtige Unternehmenskennzahlen, darunter den Net-Profit, die Anzahl der Beschäftigten und die jeweiligen Veränderungen zum Vorjahr. Umsatz und Gewinn wurden basierend auf dem Wechselkurs zum Jahresende 2012 in Euro umgerechnet. Die Daten stammen aus unseren Datenbanken und werden bei Bedarf um externe Informationen ergänzt. Firmen, die eingeladen wurden bei der Studie teilzunehmen und ablehnten, sind nicht im finalen Ranking inkludiert.

Presseveröffentlichung herunterladen : Coface CEE Top 500: Top-Unternehmen in Zentral- und Osteuropa mit stab... (63,64 kB)

Kontakt


Susanne KRÖNES

Pressekontakt
Marxergasse 4c
1030 Wien
AUSTRIA
Tel: +43 (0) 1 515 54 512
Email: susanne.kroenes@coface.com

Siehe auch


Coface Panorama CEE Top 500 20134

 

 

Pressefotos zum Download unter:

http://www.apa-fotoservice.at/galerie/5897

 

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