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22.10.2015
Länder- und Branchenbewertungen

Branchenrisiken steigen

Coface Branchenpanorama

Energie-Sektor so riskant wie noch nie. Information und Kommunikation mit positivem Trend. Automobil im Anpassungsprozess.

Im Umfeld eines global verlangsamten Wirtschaftswachstums (BIP-Prognose: 2,6 Prozent für 2015 nach 2,7 Prozent in 2014) variiert die Branchenaktivität weltweit stark. Im dritten Quartal hat Coface ihre Bewertungen von drei Branchen angepasst: Automobil in den aufstrebenden Ländern Asiens, Energie in den drei untersuchten Regionen Asiens, Westeuropa und Nordamerika sowie Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) in Westeuropa. Trotz der Schwierigkeiten der Öl-Industrie bleibt Nordamerika aufgrund der weiterhin starken Wirtschaftsaktivität die insgesamt am wenigsten riskante Region.

 

Energie: Erhöhte Risiken in drei Regionen

Wegen des erneuten Preisrückgangs für Öl hat Coface die Energiebranche in Asien, Westeuropa und Nordamerika auf „hohes Risiko“ herabgestuft. Die führenden Ölgesellschaften reduzieren ihre Investitionen und schwächen damit auch die in der Produktionskette nachfolgenden Serviceunternehmen.

  • Nordamerika, das bereits im April dieses Jahres in der Branchenbewertung für Energie um eine Note herabgestuft worden war, ist die am stärksten von den fallenden Ölpreisen betroffene Region. Trotzdem wuchs die Wirtschaft dort auch im zweiten Quartal. Insgesamt rechnet Coface 2015 und 2016 mit einem Wachstum von jeweils 2,5 Prozent. Neben den drastischen Investitionskürzungen müssen die Öl-fördernden und -produzierenden Unternehmen hohe Schulden und einen anhaltenden Preisdruck verkraften.
  • In Westeuropa wurde die Branche in einigen Ländern von den Problemen der zögerlichen Entwicklung der Schiefergasindustrie und vom Einbruch des Ölpreises getroffen. Unternehmen sehen sich gezwungen, ihre Investitionen zu reduzieren.
  • In den aufstrebenden Ländern Asiens, wo die gebremste Dynamik Chinas allgemein zu spüren ist, halten sich die Auswirkungen der Ölproblematik in Grenzen. Denn die großen Ölgesellschaften sind staatlich kontrolliert und werden dementsprechend gestützt. Allerdings dürfte es erhebliche Auswirkungen für die Unternehmen mit weniger Zugang zu öffentlichen Finanzierungen geben.

Automobilindustrie in Asien wegen wirtschaftlicher Abschwächung auf “mittleres Risiko” abgestuft

Die Automobilindustrie durchläuft derzeit einige Veränderungen. Das nordamerikanische Automobilgeschäft hat vor allem wegen der steigenden Verkaufszahlen bei Luxusautos keine Probleme zu verzeichnen. In Westeuropa ist die Branche nach vielen strukturellen, auf Kostenreduktion zielenden Anpassungen wieder auf Wachstumskurs. Allerdings könnte der VW-Skandal, besonders in Deutschland, Mittel- und Osteuropa, wo die Volkswagen-Gruppe große Marktanteile hat, das Bild trüben.

Schwieriger ist die Situation in den aufstrebenden Ländern Asiens. Dort hat Coface die Branche auf „mittleres Risiko“ herabgestuft. In China legte der Absatz in den ersten acht Monaten nur um 2,6 Prozent zu. Die allgemeine Verlangsamung des chinesischen Wachstums und der zunehmende Wettbewerb wirken sich auf die Hersteller aus. Sie müssen sich auf neue Wachstumsdimensionen einstellen, weit unterhalb der gewohnten zweistelligen Raten.

Niedrigeres Risiko für Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT), gestützt von der Erholung in Europa

Coface hat den ICT-Sektor in Westeuropa mit der Einstufung „mittleres Risiko“ bewertet. Alle drei definierten und betrachteten Regionen sind somit gleich eingestuft. Geringere Kosten und die Entwicklung neuer Video-Plattformen treffen auf eine steigende Nachfrage. Nicht zuletzt haben auch die Fortschritte bei Speicher-Services für Endverbraucher zur positiven Entwicklung beigetragen. Den Unternehmen bleiben noch Möglichkeiten für Marktanteilzugewinn.

 

Obwohl sie eine gewisse Sättigung erreicht haben, können die Unternehmen in Asien auf neue Entwicklungen wie LTE/4G setzen. In Nordamerika stehen die Unternehmen der Telekommunikation in hartem Wettbewerb mit Konkurrenten wie Facebook und Google.

Metall, Holz und Papier unter Beobachtung

  • Vorallem in Nordamerika erlebt die Metallbranche, wie auch die Energiebranche, einen globalen Fall der Preise. Hinzu kommen die Auswirkungen der Überkapazitäten in Asien.
  • Auch die Branche Holz und Papier kämpft mit Überkapazitäten und mit der Konkurrenz elektronischer Medien. Allerdings wird diese Industrie in Asien von der steigenden Produktion für den Export getrieben.

 

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Verena SCHWARZ

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