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22.07.2015
Länder- und Branchenbewertungen

Ausländische Investitionen als Motor für die Automobilindustrie in CEE – Aufwärtstrend bei heimischer Nachfrage

Automobilindustrie in CEE
Die zentral- und osteuropäische Automobilindustrie hat sich zu einem attraktiven Sektor für Investoren entwickelt. Allein im Jahr 2014 wurden 3,6 Millionen Autos hergestellt, dies entspricht einem Anteil von 21% der Gesamtproduktion in der EU. Coface analysiert sechs CEE Länder mit insgesamt 33 Fahrzeugfabriken, die zu einem großen Teil durch ausländische Direktinvestitionen (foreign direct investment, kurz FDI) finanziert werden. Die Studie zeigt, dass die Produktionsstätten weiterhin stark von diesen FDIs abhängig sind, die regionalen Verkaufszahlen verzeichnen jedoch eine starke Dynamik.
Automobilindustrie spielt eine wichtige Rolle in der Wirtschaftstätigkeit der CEE Märkte

Für Investoren und Automobilhersteller ist der zentral- und osteuropäische Markt bereits seit Jahren attraktiv. Niedrige Lohnkosten, die geografische Nähe zu Westeuropa, gut ausgebildete Arbeitskräfte und das verbesserte Wirtschaftsklima sind beste Voraussetzungen. Coface beleuchtet in der Studie die CEE Länder, die einen signifikanten Anteil an der PKW-Produktion einnehmen: die Tschechische Republik, Ungarn, Polen, Rumänien, Slowakei und Slowenien. Mit Skoda und Dacia hat die CEE Region zwei starke Automarken, die sich im globalen Wettbewerb durchgesetzt haben.

Die Automobilindustrie hat messbare Auswirkungen auf das Wirtschaftsergebnis der CEE Region. Für einige Länder, wie Ungarn, die Slowakei und die Tschechische Republik, stellt der Sektor rund ein Zehntel der Gesamtproduktion dar. So beschäftigte die Branche mehr als  850.000 Arbeitskräfte im Jahr 2013.

Die Zahl der in den CEE Ländern produzierten Fahrzeugen hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt”, erklärt Grzegorz Sielewicz, Economist Coface Central Europe.“In der Slowakei, der Tschechischen Republik und in Rumänien ist die Fahrzeugproduktion sogar um das Drei- bis Vierfache gestiegen. Jedoch wird der Markt seinen starken Wachstumstrend aufgrund der schlussendlich eintretenden Marktsättigung nicht endlos fortsetzen können.

Starke Exportabhängigkeit

Ein erheblicher Exportanteil der CEE Länder entfällt auf die Automobilindustrie. In der Slowakei beträgt die Exportquote von Fahrzeugen 25% der Gesamtausfuhren des Landes. Demzufolge ist die Produktion stark von der Auslandsnachfrage abhängig. Die Eurozone, die zu den wichtigsten Handelspartnern zählt, erholt sich weiter und zeigt verbesserte Perspektiven. Die Analyse bestätigt, dass die steigende Nachfrage nach PKWs auf diese positive Entwicklung zurückzuführen ist.

Die sinkende Nachfrage des russischen Marktes hat zwar negative Auswirkungen auf den  Automobilsektor, welche aber durch den steigenden Verkauf in andere Länder sowie durch die Inlandsnachfrage kompensiert werden.

Steigende Verkaufszahlen durch erhöhte inländische Nachfrage

Während die Lage in manchen ausländischen Märkten schwierig ist, entwickelt sich die Inlandsnachfrage positiv. Der verbesserte Arbeitsmarkt, die flachere Inflationskurve, niedrige Ölpreise und attraktive Zinsen führen zu einem gesteigerten Konsumverhalten und haben somit eine deutlich positive Auswirkung auf die Zahl der Autoverkäufe. Neben der Privatnachfrage erweitern auch viele Unternehmen ihre Flotten von Personenkraftwagen und Nutzfahrzeugen. Positive Unternehmensperspektiven, wie das prognostizierte BIP-Wachstum von 1,5%, erzeugen eine hohe Umsatzdynamik. Vor allem Polen profitiert vom Anstieg des Verkaufs von Nutzfahrzeugen.

Allerdings sind die gestiegenen Inlandsausgaben nicht ausreichend, um den CEE Automobilsektor von der Auslandsnachfrage unabhängig zu machen. Durch diese Exportabhängigkeit können Risiken aus einer Verschlechterung der ausländischen Märkte nicht vermieden werden. Ein höheres inländisches Wachstumspotenzial kann diese Risiken dennoch mindern. Russlands geringer Anteil innerhalb der CEE Fahrzeugexportstruktur kann die Gesamtleistung der Automobilindustrie nicht wesentlich beeinflussen, vor allem aufgrund des positiven Ausblicks der Eurozone.

Wachsende Verkaufszahlen spiegeln sich nicht im Gewinn der Autohersteller wider

Abschließend wird festgehalten, dass die steigende Entwicklungskurve der PKW-Verkaufszahlen nicht mit dem Gewinnanstieg korreliert. Überkapazität, beträchtliche Preisnachlässe sowie Eigenregistrierungen der Autohändler sind die Gründe für die Abweichungen.

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